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Ja zur NAK - Nein zur Exklusivität
Dokumentation: Stellungnahmen der enthobenen Amtsträger
m.koch, 2007-04-24

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Hamburg-Blankenese (gk). Mittlerweile liegen die Stellungnahmen der ihres Amtes enthobenen Diakone der Gemeinde Hamburg-Blankenes vor. Bezirksapostel Karlheinz Schumacher hatte sie zum Jahreswechsel aufgefordert, zu vier Punkten einer Predigt Stammapostel Dr. Wilhelm Lebers Stellung zu nehmen.

Thomas H.
Seit 5 Jahren Religionslehrer für drei Kirchengemeinden.

Lieber Bezirksapostel Schumacher,
nachstehend erhalten sie die erbetene Stellungnahme zu vier wesentlichen Dogmen der Neuapostolischen Kirche, die der Stammapostel in seinem Gottesdienst am 26.11.2006 in Osnabrück dargelegt hat.

Zu 1 - Apostelamt
Ich stehe zu der Aussage, dass das Apostelamt eine vom Herrn geschaffene Einrichtung ist.
Ich glaube auch, dass es andere vom Herrn geschaffene Einrichtungen außerhalb der neuapostolischen Kirche geben kann.

Zu 2 - Spendung des Heiligen Geistes
Ich stehe zu der Aussage, dass das Apostelamt in der Lage ist, den Heiligen Geist zu spenden. Ich glaube auch, dass es in der souveränen Entscheidung Gottes
liegt, auch andere Möglichkeiten zur Erlangung des Heiligen Geistes zuzulassen.

Zu 3 - Sündenvergebung
Ich stehe zu der Aussage, dass das Apostelamt die Sünden vergeben kann. Ich stehe nicht zu der Aussage, dass dann, wenn das Apostelamt diesbezüglich nicht tätig wird, keine Sündenvergebung da ist.

Zu 4 - Wiederkunft Christi
Ich stehe zu der Aussage, dass der große Gott seinen Sohn Jesus senden wird, um uns heimzuholen. Ich glaube auch, dass es in der souveränen Entscheidung Gottes liegt, auch andere daran teilhaben zu lassen.

Fazit
Zusammengefasst glaube ich, dass der Weg der Neuapostolischen Kirche eine sichere Möglichkeit darstellt, für sich selbst und in der Gemeinschaft Jesus zu erleben und zu ihm zu kommen. Ich glaube auch, dass es daneben andere Möglichkeiten geben kann.

Hinweis
Bitte seien Sie versichert, dass ich meine persönlichen Ansichten, soweit sie die Exklusivität der Neuapostolischen Kirche betreffen, im Religionsunterricht niemals dargelegt habe. Hier habe ich mich - wie von mir zu Recht
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erwartet - ausschließlich und ohne Probleme an die Aussagen des Lehrerhandbuches gehalten.

Mit herzlichen Grüßen und guten Wünschen für ein gesundes und schönes Jahr 2007

Ihr Thomas H.

Thomas H. wird daraufhin zu einem Gespräch mit Apostel Rüdiger Krause auf den Abend des 20. Januars in die Kirchenverwaltung Hamburg geladen. Die Unterredung dauert zwei Stunden.

Harald V.
Wird als "beliebter tragender Pfeiler der Gemeinde" beschrieben.

Lieber Bezirksapostel,
hier nun meine Glaubensauffassung über die Themen :

- Apostelamt, dies ist eine vom Herrn Jesus Christus geschaffene Einrichtung, die als Aufgabe hat, die eine Gemeinde Christi als Leiterschaft wachsam und in Liebe auf den Schöpfer selbst hin zu begleiten, ohne eine Person in den Mittelpunkt zu stellen.

- Der heilige Geist ist das Medium das mir in Babyjahren durch einen Apostel durch Handauflegung gespendet wurde;
ist das Medium welches die Dreieinigkeit an mir spürbar werden lässt;
ist das Medium, welches ich am 2. Advent 2005
erstmalig erlebt habe, dass es mir beinahe die Schuhe auszog;
ist das Medium das einem Menschen verhilft gutes zu tun durch Jesus Christus;
ist das Medium, das in Fülle auf einen Menschen kommt, der sein Leben ganz Christus verschreibt und dadurch nicht anders kann als das Erlebnis jedermann abzugeben weil Er/Sie ansonsten droht überzulaufen;
ist das einzig Heilige, das Jedermann/-frau unbegrenzt zur Verfügung steht.

- Die Vergebung der Sünden ist durch das einmal gebrachte und ewig gültige Opfer Jesus als Grundlage da;
findet durch einen bussfertigen, reumütigen Sünder, der die Vergebung der Sünde zulässt und an die Wirksamkeit des bereits gebrachten Opfers glaubt, statt;
an dies[es] Opfer wird in jedem Gottesdienst der NAK gedacht und aufgefordert.

- Die Wiederkunft Christi teile ich voll und ganz und mit Nachdruck. Derjenige Christ, in dessen Herz Jesus Christus heute schon nicht nur Gast ist sondern König sein darf, benötigt keine extra Aufforderung sondern sehnt sich nach der ewigen Gemeinschaft mit
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seinem Heiland. Es ist für mich ein Bedürfnis, meinen Jesus, auch in der Gemeinschaft meiner Geschwister, zu erleben.

Ein gesegnetes Jahr 2007 wünscht Ihnen und Ihrer Familie,
Ihr Harald V.

Auch mit Harald V. findet ein einziges Gespräch statt, er gibt sich mit Thomas H. am 20. Januar die Klinke in die Hand. Die Begegnung zwischen ihm und Apostel Krause dauert ca. eine halbe Stunde.

Michael R.

Lieber Bezirksapostel Schumacher,
die Amtsträger der Gemeinde Hamburg-Blankenese wurden von Ihnen aufgefordert, zu den Ausführungen des Stammapostels Stellung zu beziehen. Diesem Wunsch komme ich hiermit nach. Konkret benannten Sie die Themen:

1. Apostelamt
2. Spendung des Heiligen Geistes
3. Sündenvergebung
4. Wiederkunft Christi

Zu diesen Punkten wurde ich bereits im September 2006 vom Bez.-Ältesten Steinbrenner und im November 2006 von Apostel R. Krause in jeweils etwa zweistündigen Gesprächen befragt. Die Fragen bezogen sich jedoch auf die Lehraussagen aus dem Informationsabend in Uster am
24.01.2006. Ich persönlich finde es problematisch, wenn Aussagen aus Gottesdiensten des Stammapostels jedesmal zu Lehraussagen erhoben würden. Nachfolgend also meine Haltung zu diesen Punkten.

1. Apostelamt
Die Textstelle Joh. 20,21 gilt den Jüngern und damit auch den Aposteln Jesu. Jesus hat seine Apostel besonders herausgehoben. Das Apostelamt ist eine von Jesus geschaffene Einrichtung. Es ist – wie der Stammapostel in Uster herausgearbeitet hatte – keine ewige Einrichtung, da dieses Amt mehr als 1700 Jahre nicht existierte und mit der Wiederkunft Christi seine Aufgabe erfüllt haben wird. Die Aussage des Stammapostels hinsichtlich der „ewigen Einrichtung“ in Osnabrück widerspricht damit den Aussagen von Uster.

2. Die Spendung des Heiligen Geistes
Die Spendung des Heiligen Geistes ist nach dem Zeugnis der Bibel nicht allein auf die Apostel Jesu begrenzt. Dies wird in vielen Fällen belegt, z.B. durch den Geistempfang des Apostels Paulus. Da man von Gottes Taten nichts wegtun kann, ist hier die in Osnabrück
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propagierte Ausschließlichkeit der Geistspendung durch das Apostelamt durchbrochen. Sie wird auch nicht durch das Beispiel des Zauberers Simon belegt, da sich die Apostel hier entschieden gegen die Käuflichkeit einer von Gott geschenkten Gabe wehren, und nicht etwa gegen eine Amtsanmaßung des Simon. Auch die Nähe Gottes ist nach biblischem Zeugnis nicht an die Empfangnahme des Heiligen Geistes gebunden, z.B. Mose und Elia auf dem Berg der Verklärung / der Schächer am Kreuz usw. Der Heilige Geist ist allerdings unbestritten die zur Gottesnähe treibende Kraft.

3. Vergebung der Sünden
Der biblische Weg zur Vergebung ist 1. Buße 2. Reue 3. Annahme der Vergebung, Glaube an die Wirksamkeit des gebrachten Opfers. Die Apostel verkündigen (Paulus: „predigen“) die Vergebung. Diese wird nicht durch die Apostel bewirkt, sondern durch Gott. Es gilt, die Botschaft zu verkündigen, um Menschen zur Buße und zum Glauben zu leiten. Keinesfalls ist die Nicht-Verkündung der frohen Botschaft mit dem in Joh. 20, 23 angesprochenen Behalten der
Sünde gleichzusetzen. Hier ist stets eine Einzelfallbetrachtung erforderlich. Wem Gott gnädig ist, entzieht sich schlussendlich unserem Urteil. Es erscheint nicht schlüssig, dass es gemäß Osnabrück über 1700 Jahre keine Sündenvergebung gegeben haben soll. Damit wäre das Evangelium in jener Zeit um nichts reicher als der „Dienst des Gesetzes“, der gemäß Paulus den Tod bringt.

4. Wiederkunft Christi
Die Ausführungen des Stammapostels werden vollinhaltlich geteilt. Derjenige Christ, in dessen Herz Jesus heute schon Wohnung bezogen hat, bedarf überhaupt nicht der Aufforderung zur Naherwartung, sondern steht in der Sehnsucht nach ungeteilter Gemeinschaft mit dem Bräutigam. Er kann nie genug von seinem Herrn hören und sehnt sich nach der Gemeinschaft mit gleich gesinnten Mitgeschwistern.

Ich stehe auch weiterhin gerne zum Dienst als Diakon bereit, denn ich diene meinem Herrn Jesus mit Freuden. Vorsorglich möchte ich aber anmerken, dass ich einer Beurlaubung nicht zustimmen würde.

Wie sie wissen, haben wir in Blankenese
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einen sehr transparenten Umgang miteinander. Sehen Sie es mir daher bitte nach, wenn ich meinen Mitbrüdern eine Kopie dieses Schreibens zusende.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Michael R.

Michael R. wird danach ebenfalls in die Kirchenverwaltung gebeten. Dabei sind Apostel Krause, Bezirksältester Steinbrenner sowie Diakon V. - als Zeuge - anwesend. Das Gespräch dauerte ca. 2 Stunden.

Am 12. April werden alle drei Diakone schriftlich darüber informiert, dass sie ihres Amtes enthoben sind. Am drauffolgenden Sonntag informiert Bezirksältester Jörg Steinbrenner die Gemeinde über diesem Schritt. {linki==796}
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