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Ehrenamtliches Engagement findet Anerkennung
 
Kirchenmusik-Förderverein cantus besteht seit fünf Jahren
 
Am Anfang stand eine Webseite mit ein paar MIDI-Dateien und Notensätzen für Kirchenmusiker. Die drei neuapostolischen Laienmusiker, die da dahintersteckten, gründeten 1999 zusammen mit vier weiteren Interessierten den cantus e.V. - sie wollten geistliche Musik ehrenamtlich, aber professionell fördern. Mittlerweile haben sich 158 Personen diesem Anliegen verschrieben und die NAKI kürte den Verein zum offiziellen Kursanbieter. Um den gewachsenen Anforderungen gerecht zu werden, hat cantus nun den Vorstand erweitert.
 
Wuppertal (gk). "Bei unserer Gründung fanden sich ein paar Menschen zusammen, die alle in der neuapostolischen Kirche musikalisch tätig waren. Alle hatten erfahren, wie bereichernd das gemeinsame Musizieren sein kann. Und alle kannten die Schwierigkeiten, die auftreten, wenn Kirchenmusik fast ausschließlich von Laien ausgeübt wird", erzählt Melanie Ebener (Wuppertal), die erste Vorsitzende des Vereins.

Über die Musik in der NAK wurde in den 90er Jahren viel geklagt. Die Kluft zwischen engagierten Laien und traditionell orientierten Sängern und "Spielern" wuchs. Doch selten präsentierte jemand echte Lösungsansätze. Aus Diskussionsforen im Internet und einigen Chortreffen heraus entwickelte sich ab 1996 eine Truppe, die sich nicht mit Lamentieren aufhielt, sondern selbst aktiv wurde. Die neu entdeckte Kommunikationsmöglichkeit bot genügend Raum, um Noten und Erfahrungen auszutauschen und vor allem Ideen zu entwickeln.

Über das Internet fanden sich so auch sieben Personen, die im September 1999 den cantus e.V. gründeten. Seitdem werden Seminare für Chorleiter und Organisten entwickelt, Chor-Wochenenden durchgeführt sowie Chöre und Orchester unterstützt. Und damit diese Veranstaltungen für die Teilnehmer etwas bringen, engagieren die Verantwortlichen fachlich und pädagogisch qualifizierte Musiker. "Dabei hat sich herausgestellt, dass z.B. ein evangelischer Kirchenmusiker ganz gut die Probleme nachvollziehen kann, die ein neuapostolischer Organist hat", gibt die Vorsitzende ihre Erfahrung wieder. Der Blick über den Tellerand tut der Kirchenmusik gut.

Vielleicht auch deshalb wurde die Arbeit des Vereins anfangs von manchen neuapostolischen Gebietskirchen skeptisch betrachtet und dementsprechend behandelt. "Wir haben das sehr bedauert, denn durch eine Zusammenarbeit können alle Beteiligten gewinnen, und es lassen sich Reibungsverluste (zum Beispiel durch Terminüberschneidungen) vermeiden", sagt Ebener. - Nach fünf Jahren haben sich die Zeiten geändert. Der Vereinsvorstand führte im vergangenen Jahr Gespräche mit dem Fachberatergremium Musik des Stammapostels (FMS). In den Treffen präsentierte der cantus-Vorstand seine Arbeitsweise und die Planung für zukünftige Seminarangebote. Ergebnis der Gespräche: die Ehrenamtlichen sind nun - neben anderen - als offizieller Kursanbieter der Neuapostolischen Kirche anerkannt. Für kommenden September hat der Verein eine Einladung zur Tagung der Fachberater Musik der europäischen Bezirksapostel in Linz (Österreich) erhalten.

Für die Teilnehmer der cantus-Seminare war die mangelnde offizielle Anerkennung schon in der Vergangenheit kein Hindernis. "Die Kurse sind fast immer ausgebucht, und am Ende eines Seminars wird schnell der Wunsch nach dem nächsten laut", berichtet Frank Dehmel (Steinhagen), stellvertretender Vorstand des Vereins. Der Vorstand verlässt sich dabei nicht auf einzelne Stimmen, sondern erhebt das Feedback nach jedem Seminar systematisch - schriftlich und anonym.

Bei allem Streben nach inhaltlicher Qualität achten die Planer darauf, dass die Teilnahme bezahlbar bleibt. Dies ist möglich, weil der Verein nicht gewinnorientiert arbeitet, die Organisation ehrenamtlich geleistet wird und weil eventuelle Defizite durch Spenden aufgefangen werden können. "Das ist e i n Grund, warum wir uns als Verein haben eintragen lassen: Wir können Spendenquittungen ausstellen, so dass die Beträge steuerlich absetzbar sind", erläutert Dehmel. Seit Beginn der Vereinstätigkeit ist er auch für die solide Kalkulation und genaue Buchführung bei allen Projekten zuständig.

Am 27. Juni fand die 6. Mitgliederversammlung des Vereins in Stuttgart statt. Das dritte Vorstandsmitglied, Jens Oesker (Aspach), wurde wiedergewählt. Außerdem wurde der Vorstand um ein weiteres Mitglied ergänzt: Markus Löhle (Fellbach) wird in den kommenden zwei Jahren seine Erfahrungen und Fähigkeiten für die Förderung der geistlichen Musik einsetzen.

Die nächste Veranstaltung des cantus e.V. ist ein Gospel-Wochenende in Bad Homburg, das am 8. Juli begann. "Let the spirit s(w)ing!" heißt es unter der Leitung von Frithjof Tomusch und Wolf-Rüdiger Spieler. Bei dem öffentlichen Abschlusskonzert am 11. Juli werden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Workshops unterstützt von den "Brothers of mercy", die mit Klavier und Klarinette bekannte geistliche Lieder im Swingstil präsentieren.

Das glaubenskultur-magazin wird in seinem Premiumbereich Ausschnitte aus dem Konzert präsentieren.
 
gk/m.koch/, 2004-07-09
 
© glaubenskultur Verlag 1996-2011
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anmerkungen
  
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Näheres zum Gospelworkshop unter hier
  
 
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