
| Keine Ökumene mit Apostelamt |
| Ein kontroverser Kommentar zur neuapostolischen Dogmatik |
| Der folgende Kommentar gibt eine mögliche Interpretation der im Moment herrschenden Debatte über das neuapostolische Kirchenverständnis wieder. Es gibt dazu ganz sicher andere Auffassungen, die mit der gleichen Berechtigung zu anderen Schlüssen kommen. Des Weiteren erklärt der Autor, dass die aufgezeigten Schlüsse nicht notwendigerweise seine persönliche Überzeugung darstellen. Hier wird stattdessen historisch-dogmatisch ein möglicher logischer Schluss aufgezeigt, das Kirchenverständnis der NAK konservativ zu begründen. Die Konsequenzen, auch für die ökumenische Debatte, sind sicher interessant. |
Dieser Artikel zählt zu unserem Premiumangebot. Um ihn zu lesen können sie sich
|
| Leserbriefe zu diesem Artikel |
| (Name und Ort der Red. bekannt), 11-03-2010: Ein äusserst lesenswerter Artikel. Man wünscht sich mehr von solchen. Frei von der sonst so ermüdenden (weil schlecht reflektierten) Romantik "in der KAG war alles besser". Man sieht in diesem Kommentar, dass die entscheidenden Kontinuitäten von den KAG hin zur NAK vorhanden sind. Dies kann man nicht leugnen, auch wenn man es der NAK gerne absprechen möchte. Die NAK hat sich mit der Lehre weiterentwickelt, die KAG konnte dies - gezwungenermassen - nicht. Wie diese Entwicklung in der NAK vonstatten ging, darüber und über die Inhalte kann und muss man diskutieren. Vor allem im Hinblick auf die Ökumene. Meines Erachtens nach ist es hierbei nicht gut anzustreben, was die beiden großen Kirchen schon nicht schaffen (z.B. gemeinsames Abendmahl etc..). Ausserdem scheint ja von katholischer Sicht auch in Frage zu stehen, was Kirche "im Vollsinn" ist. Es ist auch ein Zeichen von Schwäche in der Ökumene über solche Dinge hinwegzusehen. Vielmehr sollte sich jede Kirche mit Ihrem Selbstverständnis (ich bin gespannt wie sich dieses in der NAK weiterentwickelt) unverkrampft einbringen und so die Vielschichtigkeit des Christentums in unserer Zeit widerspiegeln. Auch ohne gemeinsames Abendmahl etc.. ist sehr viel möglich. Vor allem vor dem Hintergrund der post-christlichen Gesellschaft, wie wir sie in der westlichen Welt haben, sollte man sich überlegen, ob man sich erstmal über theologische Feinheiten (für die meisten Menschen nicht nachvollziehbar/lächerlich), oder ob man sich gemeinsam hinstellt und sagt: komm schau her, wir sind Christen und wir sind verschieden, aber wir haben jeder auf seine eigene Art etwas zu bieten. Im Einheitsbrei kann man so was nicht finden. Die letztendliche Einheit aller Christen wird sich zu einem späteren Zeitpunkt -in der Zukunft bei Gott- vollziehen. Da muss man dann auch nicht mehr Recht behalten wollen und einander abqualifizieren, wer wieviel oder nicht Kirche oder sonstwas ist. Ich hoffe, dass dieser Kommentar noch weiteres Echo bei der Leserschaft findet. Taugt zwar nicht als "Aufregerthema" mit 90 Rückmeldungen, aber vielleicht ist das ja auch mal besser ;-) |
| (Name und Ort der Red. bekannt), 10-03-2010: Das ist richtig, aber gerade deshalb wäre es wichtig, dass die Reformen klar und eindeutig „von oben“ kommen. Damit wären dann endlich nicht mehr diejenigen die Außenseiter, die sich nach solchen Reformen sehnen, sondern diejenigen, die sich in ihrer starren Dogmatik dagegen sperren. Und wenn man der bisherigen NAK-Praxis und tief verwurzelten Denkweise folgt, müssten gerade Letztere als „treue Nachfolger“ diese Reformen dann trotz eigener innerer Widerstände vorbehaltlos unterstützen … |
| (Name und Ort der Red. bekannt), 09-03-2010: Ja, es wäre sehr zu wünschen, wenn sich jeder Apostel ganz ernsthaft mit dieser Frage auseinandersetzen würde, die unsere Kirche zu spalten droht. Kann man aber von diesen Männern, die halt auch nur Menschen sind, erwarten, dass sie sich quasi selbst demontieren? Sie beziehen ja ihr übergroßes Ansehen, ihre herausragende Stellung und ihre enorme Machtfülle gerade aus diesem – zwar unbegründeten, aber im Laufe unserer Kirchengeschichte gewachsenen – Exklusivitätsanspruch. Die Frage wird sein, ob unter ihnen (bzw. unter den Bezirksaposteln als Entscheidungsträgern) genug echte „Gottesmänner“ sind, die sich selbst und ihre Interessen „verleugnen“ können, um tatsächlich wieder JESUS in die Mitte zu stellen – und zwar IHN ALLEIN. Können sie wieder (nur) das tun, was ER ihnen befohlen hat, nämlich „zu lehren, was ich euch gesagt habe“ – und auf ihre eigenen, menschlichen „Apostellehren“ verzichten? Dann würden sie sich tatsächlich als würdige Gesandte Jesu erweisen … |
| (Name und Ort der Red. bekannt), 08-03-2010: Der Artikel zeigt den Widerspruch zwischen dem traditionellen NAK Kirchenverständnis und der Oekumene durchaus korrekt auf. Oekumene ist nur möglich, wenn dieses Apostelverständnis aufgegeben wird. Leider ist das schrittweise kaum möglich und das ist der Spagat, in dem sich die NAK heute befindet. Jeder Versuch der schriftlichen Fixierung einer Halbexklusivität ist zum Scheitern verurteilt. Daher lässt wohl auch der neue Katechismus auf sich warten. Hier muss sich jeder Apostel fragen: Auf was begründige ich meine Exklusivität? Kann ich das, auch über den Tod hinaus, sicheren Gewissens vertreten? Aussagen und Verhalten des Stammapostels der letzen Monate und Jahre (und auch seines Vorgängers) interpretiere ich als klares Nein zu seiner exklusiven Erwählung. Auch wenn das vorsichtig formuliert ist und vielleicht andere Interpretationen auch zulässt. Ich hoffe auf seine Vorbildfunktion, der hierbei viele der Bezirksapostel leider noch nicht folgen. |