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Ämtergottesdienst der NAK Berlin-Brandenburg
 
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel
 
(Name und Ort der Red. bekannt), 28-01-2010:
Zur Aussage des BezAp Nadolny über "die Anbetung der Majestät Gottes" möchte ich kurz auf einen Aufsatz von Dr. Martin Erdmann, (Theologiedozent in der Schweiz) "Die Anbetung Gottes" hinweisen:

"Der eigentliche Zweck der Existenz aller Geschöpfe ist die Anbetung Gottes. Kurzum, wir sind zum Anbeten Gottes geschaffen worden, es gibt keine höhere Berufung für unser Leben, keine größere Befriedigung für unser Tun, keine übergeordnete Bestimmung unseres Daseins, als die Anbetung des Schöpfers des Himmels und der Erde."

Und weiter:
"Die Verkündigung des Evangeliums ist ein wesentlicher Teil der Anbetung Gottes... in diesem Augenblick beten wir Gott an."

Wer das genau nachlesen will einschließlich sämtlicher Bibelstellen hier der Link (ich hoffe, daß es klappt): http://www.forumbc.org/content/download/20050225.pdf

In diesem Sinne vermute ich, liegt die Aussage des Bezirksapostels Nadolny. Für mich ein überaus wertvoller und wichtiger Beitrag.

christoph korn aus frankfurt, 28-01-2010:
Den letzten Ausführungen zu Musik und Amt ist kaum etwas hinzuzufügen. Mir fällt dazu noch ein:
In einer sehr ideologischen Kirche muss natürlich gerade die Musik bezüglich ihres Inhaltes kontrolliert werden. Ansonsten gäbe es keinen Grund, warum die entsprechenden Kompetenzen nicht ausschließlich bei Musikern liegen sollten.
Andererseits brauchen gerade Kirchen-Musiker eine solide theologische Grundbildung. Man muss wissen, was man warum und wann tut. Ein paar nette Liedtexte "ganz schön" oder "passend" zu finden, reicht nicht aus. Letztendlich haben Theologen und Musiker die gleiche Aufgabe und das gleiche Ziel, mit anderen Mitteln. Isolieren kann man beides nicht. Und "die geistliche Bedeutung der Musik in der Kirche" kann nur dann von Musikern (statt Ämtern) betont werden, wenn diese zumindest eine halbwegs solide theologische Basis haben.

(Name und Ort der Red. bekannt), 28-01-2010:
Verehrte(r) „bahugole,

mein Hinweis auf die Gründung einer Projektgruppe war cum grano salis zu verstehen. Fachberater Musik gibt es bereits, das ist mir bekannt. Allerdings scheint solch ein Fachberater dann doch kein vollwertiger Ansprechpartner zu sein, denn wozu sonst ein „Bezirksamt“? Sie schreiben selbst, dass oft ein dirigierender (und dilettierender) Hirte eher Anerkennung findet als ein musikalisch ausgebildeter Diakon – wie sähe es da erst mit dem „einfachen Bruder“ oder gar einer Schwester aus! Immerhin scheint es auch in Ihrem Bezirk über den Berufsmusikern ohne Bezirksamtsauftrag oder „sogar“, wie Sie sich ausdrücken ohne jegliches Amt erforderlich zu sein, einen Bezirksevangelisten als Repräsentanten musikalischen Lebens zu haben. Die Ämterhörigkeit der NAK wäre, zumindest im musikalischen Bereich, erst dann kein Thema, wenn es heißen könnte: Schwester X, Bruder Y ist Ansprechpartner im Bezirk für musikalische Themen und alle fänden das normal. Wenn es denn ein Titel oder ein Amt sein sollte, um die Erkennbarkeit zu gewährleisten, wäre es doch sinnvoll, diese Bezeichnung von der Aufgabe her zu entwickeln und denen zu verleihen, die sie erfüllen, seien sie nun daneben Amtsträger oder nicht.

Das gilt im Übrigen auch für alle anderen nicht seelsorgerischen Aufgaben. In anderen Kirchen, von denen wir nach Aussage Stammapostel Lebers noch viel lernen können, schafft man das auch; ein Theologiedozent wird nicht deshalb zum leitenden Geistlichen, weil seine Lehrautorität sonst nicht anerkannt würde, eine Landeskirchenmusikdirektorin wird nicht Pfarrerin oder Superintendentin, um sie zur akzeptierten Ansprechpartnerin für die Kantorinnen und Kantoren ihres Arbeitsbereiches zu machen.

Daneben aber leidet die NAK unter einem grundsätzlichen Problem, das in ihrer geringen Größe und der dadurch bedingten Personalknappheit begründet ist. Befähigte Personen werden – wenn man ihre Befähigung erkennt und akzeptiert – mit Aufgaben überhäuft, bis sie keine Zeit mehr finden, all ihre Tätigkeiten mit dem eigentlich notwendigen Einsatz auszuüben, und das alles noch neben der Berufstätigkeit und der Zeit, die sie eigentlich für die Familie haben sollten. Exzellente Gemeindevorsteher erhalten ein Bezirksamt und hinterlassen eine Lücke in der Gemeinde, Priester, die als Seelsorger hervorragende Arbeit leisten, werden zu Vorstehern entfernter Gemeinden ernannt, obwohl sie in der bisherigen Gemeinde dringend gebraucht würden … Wenn solche Amtsträger dann auch noch mit Zusatzaufgaben betraut werden, sind sie teilweise über ihre Leistungsfähigkeit (und die ihrer Angehörigen) hinaus belastet, was weder ihnen persönlich bekommt noch ihren Aufgaben. Hier scheint mir ein Umdenken erforderlich. Es gilt, sich der Ressourcen im Kreis der „einfachen“ Mitglieder mehr als bisher bewusst zu werden und ihnen nicht nur Verrichtungen zuzumuten sondern auch Verantwortung zu übertragen. Dass bei Verzicht auf Mehrfachbeauftragungen hin und wieder das eine oder andere Talent brach liegen bleibt, wird sich nicht vermeiden lassen. Auch im Berufsleben kann man nicht alle Begabungen entfalten, will man eine Tätigkeit wirklich voll ausfüllen.

(Name und Ort der Red. bekannt), 28-01-2010:
Kann sich ein Christ, der bei der Frage nach Grund und Wurzel seines Glaubens nicht zuerst an Christus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, denkt, überhaupt Christ nennen?

Man lese z.B. Johannes 1,1 und 14: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort." - "Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit."

Ferner Johannes 15,5: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun", und Hebräer 12,2: "Lasst uns aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens."

Anbetung ist überaus wichtig, keine Frage. Jesus erklärt der samaritischen Frau: "Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten" (Johannes 4,24). Damals war der Mensch noch nicht in der Lage, Gott im Geist und in der Wahrheit anzubeten, weil die Gabe des heiligen Geistes noch nicht gegeben worden war, sondern nahe bevorstand. „Im Geist und in der Wahrheit" meint wahrscheinlich nicht zwei voneinander getrennte Punkte. Gemeint ist wohl „wahrhaft bzw. wahrhaftig im Geist“. Aber Jesus ist die Wahrheit (Joh. 14,6), und der Geist wird vom Vater im Namen Jesu gesandt, um alles zu lehren und daran zu erinnern, was Jesus gesagt hat (Joh.14,26).

Anbetung ist nicht irgendein staunendes Niederfallen schlechthin. Das kann man in allen Religionen. Wahre Anbetung geschieht nur im Namen Jesu, das ist die Hauptwurzel.

(Name und Ort der Red. bekannt), 28-01-2010:
Lieber badedeno, zu ihrem letzten Absatz bezgl. einer Projektgruppe bzw. Fachberatergruppe Musik: Diese gibt es in der Gebietskirche bereits, u.a. mit zwei Berufsmusikern besetzt, von denen einer sogar "amtslos" ist. Insofern kann auch der Vorwurf teilweise zurückgezogen werden, dass nur Musiker mit Amtsauftrag etwas gelten.
Allerdings stimmt es auch, dass in vielen Köpfen der Gedanke immer noch präsent ist, dass beispielsweise ein dirigierender Hirte mehr wert ist als ein ausgebildeter Chorleiter, der nur Diakon ist. Momentan wandelt sich das Bild durch ein musikalisches Projekt glücklicherweise etwas und gerade auf dem Gebiet der Musik sehe ich für die Gebietskirche in der momentanen Konstellation (auch und gerade mit einem neuen Bezirksevangelisten, der musikalische und geistliche Impulse sehr gut miteinander verbindet und für den gesamten Apostelbereich Ansprechpartner sein soll - deswegen das "Bezirksamt") große Chancen, aus dem Mief der letzten Jahrzehnte rauszukommen und die Denke der meisten Geschwister nachhaltig zu verändern.

Also: Auch wenn dieser Schritt, einen Bezirksevangelisten für die Musikarbeit zu ordinieren, erst einmal seltsam erscheint, ist er für mich doch einer in die richtige Richtung. Der Bezirksapostel vertraut da keinem unterwürfigen und gehörigen Amtsbruder, sondern jemanden, der klare Vorstellungen hat, immer mit der Zeit geht und dem man zutrauen kann, die musikalische Arbeit in der Kirche zu verändern. Außerdem hält er in seiner Funktion als Gemeindevorsteher so bestechend gute Gottesdienste, dass in neuapostolischer Denke selbst ein Bezirksevangelistenamt für diese Qualität zu wenig ist.

(Name und Ort der Red. bekannt), 28-01-2010:
Einige Aspekte der hier wiedergegebenen Ausführungen Nadolnys seien hier herausgegriffen:

Ist quantitatives Wachstum der richtige Maßstab?

Ob und wie N. diese Frage beantwortete, geht aus dem Artikel nicht hervor. Quantitatives Wachstum kann sicherlich nicht der Maßstab für die Entwicklung des Christentums sein. Es ist aber ein Indiz. Wenn Stagnation oder Rückgang eintreten, sofern sie nicht allein auf demografische Entwicklungen zurückzuführen sind, müssen sich die Kirchen und Religionsgemeinschaften die Frage stellen, weshalb ihre Botschaft, die ja die frohe und befreiende Botschaft des Evangeliums sein sollte, die Menschen nicht mehr erreicht. Der Auftrag Jesu, „gehet hinaus in alle Welt und lehret alle Völker sollte schließlich die vornehmste Aufgabe von Kirche sein. Die fatalistische und bequeme Aussage, Wachstum sei die Sache Gottes, zeigt ein bedenkliches Verständnis des jesuanischen Missionsauftrags. Das ist möglicherweise dadurch erklärbar, dass Mission in der NAK bis heute in erster Linie in der Anwerbung anderer Christen für die eigene Kirche verstanden wird.

Der zweite Gesichtspunkt, der bei der Betrachtung von Wachstum zu berücksichtigen ist, ist der des qualitativen Wachstums, das Hineinwachsen in das Wesen Jesu Christo. Es ist Aufgabe von Kirche, diesen Weg aufzuzeigen und die Gemeinschaft mit dem Herrn – insbesondere in der Abendmahls- bzw. Eucharistiefeier – zu vermitteln. Eine Kirche, die ihren Schwerpunkt davon auf Aussagen zu aktuellen politischen und wirtschaftlichen Themen verlagert oder auf die Verherrlichung ihrer Funktionsträger und deren Aussagen, wird ihren Mittelpunkt verlieren und ihren Gläubigen nichts mehr zu geben haben. Das führt zu der vielfach zu beobachtenden Privatisierung des Glaubens oder zum Aberglauben. Wenn heute Menschen ernsthaft behaupten, an die von den Kirchen verkündeten Wahrheiten nicht glauben zu können, aber überzeugt sind, über Steine oder Bäume zur Spiritualität zu gelangen, haben die Kirchen etwas falsch gemacht, nicht in ihrer Lehre, aber wohl in deren Vermittlung.

Es ist ein Euphemismus zu sagen, das Christentum sei in Europa „ein wenig“ auf dem Rückzug. Dabei ist nicht von Belang, wie viele Europäer sich selbst als gläubig bezeichnen, denn zum Christentum gehört nun einmal die Gemeinschaft im Brotbrechen, in der (gemeinsamen und auf dem Evangelium gegründeten) Lehre und im Gebet. Bei dieser Betrachtung aber ist das Christentum in einem katastrophalen Zusammenbruch begriffen. Die Kirchen, allen voran die Volkskirchen, sind da einen verhängnisvollen Weg gegangen. Bei den ersten Anzeichen der Abwendung der Gläubigen haben sie versucht, sich durch Anpassung an den vermeintlich ausgemachten Zeitgeist anzubiedern, statt denen weiterhin Halt zu bieten, die sich im Zeitgeistigen verloren fühlten. Das macht zum größten Teil die Attraktivität von Sondergemeinschaften und Sekten aus. Evangelikal und eschatologisch ausgerichtete Gemeinschaften erhielten in den letzten beiden Jahrhunderten besonderen Zulauf in den Zeiten, in denen die etablierten Kirchen den Schwerpunkt ihrer Verkündigung auf die Erörterung des Für und Wider wissenschaftlicher Theorien und Erkenntnisse oder auf politische und wirtschaftliche Stellungnahmen verlegten. Nichts gegen die Auseinandersetzung mit den Themen des Alltags, aber sie sollte aus dem Glauben und der Nachfolge Christi entstehen und nicht den originären Inhalt von Verkündigung bilden.

Anbetung der Majestät Gottes und nichts anderes?

Zunächst sei darauf hingewiesen, dass der Anbetung in der NAK kaum ein Stellenwert zukommt. Insofern ist es ein Verdienst Nadolnys, wenn er dezidiert darauf hinweist. Anbetung (auch als Lobpreis bezeichnet) besteht schließlich nicht darin, in einem Gebet einen entsprechenden Halbsatz einzuschieben. In der NAK hat Anbetung Gottes deshalb kaum eine Chance sich zu entwickeln, weil sie Zeit braucht und Andacht. In den wortlastigen Gottesdiensten, die selbst für den angeblichen Höhepunkt, die Abendmahlsfeier, kaum Raum lassen, kann Anbetung, die diese Bezeichnung verdienen würde, sich nicht entwickeln. Gleichwohl sei aber eine kritische Anmerkung zu der Formulierung "Anbetung der Majestät Gottes, nichts anderes“ gemacht: Die Anbetung der Majestät (eines) Gottes ist nicht das Merkmal des Christentums sondern der Gottgläubigkeit. Christen sollten darüber hinausglauben können, denn Gott ist für sie nicht die ferne göttliche Majestät geblieben, die nur angebetet werden kann, sondern er hat sich in seinem Sohn den Menschen zugewandt und ihnen damit das Heil zugewandt. Das ist es, was Christen dankbar anbeten und feiern sollten. Dafür gibt es auch in der NAK die Abendmahlsfeier. Sie ist aber in der Gottesdienstpraxis zu einer Marginalie verkommen, nicht nur zeitlich. Würde die NAK sich darauf zurückbesinnen, solche Anbetung zum Mittelpunkt ihrer Gottesdienste zu machen, würde die Verkündigung von selbst Christus-zentrierter; viele ihrer flachen und irrigen Predigtaussagen hätten dann schon aus Zeitgründen keinen Raum.

Betonung der Bedeutung der Musik durch das Amt?

Hier zeigt sich, dass die neuapostolische Denkweise in Amtshierarchien immer wieder durchdringt. Niemand würde auf den Gedanken kommen, der Präsident des Bundesverfassungsgerichtes müsse Bundespräsident werden, um die Bedeutung der deutschen Rechtsprechung zu betonen. Kein noch so bekannter und verdienstvoller Kirchenmusiker wird zum Bischof oder auch nur Dechanten oder Superintendenten ernannt, um die Bedeutung der Kirchenmusik hervorzuheben. Wenn Musik in der Kirche wirklich eine Bedeutung hat, so anerkennt man diese, indem man sie selbst und ihre Ausübenden ernst nimmt, nicht indem man einem Dirigenten ein geistliches Amt verleiht. Das ist genau das Gegenteil, denn es impliziert, dass musikalische Arbeit ohne geistliches Amt weniger Bedeutung habe. Was hätte N. getan, wenn das musikalische Leben im Bezirk durch eine Schwester geleitet und bestimmt worden wäre – oder wäre das nicht denkbar? Von einem Amtsträger der NAK muss man in erster Linie Amtsausübung verlangen können. Wie soll ein solcher eigentlich beiden Aufträgen gerecht werden? Wahrscheinlich wird er von seinen eigentlichen Amtspflichten weitestgehend freigestellt sein. Dann aber stellt sich die Frage nach dem Warum des Amtsauftrages erst recht. Nehmen vielleicht die Amtsträger (und die Musikausübenden) des Bezirkes einen Musiker ohne „bedeutenden“ Amtsauftrag nicht ernst? Liebe amtsgläubige NAK, dann schaff doch eine Musikamts-Hierarchie. In Ansätzen gibt es das ja schon in den Musikbeauftragten. Welch schöne Möglichkeiten einer Hierarchieentwicklung eröffnen sich da! Gründet doch eine Projektgruppe.

(Name und Ort der Red. bekannt), 28-01-2010:
Darf ich noch etwas hinzufügen: Die Anbetung der Majestät Gottes - ist das wirklich die zentrale Wurzel des Christentums? Tun das nicht auch andere Religionen? Geht es nicht eher um die Frage: "Wer ist Gott?" Geht es nicht eher darum, diese "Wurzel" zu definieren? Wer ist die Wurzel des christlichen Glaubens, wenn nicht Jesus Christus? Deshalb fehlt mir in diesem Predigtbeitrag ganz wesentlich den Hinweis auf DEN, von dem alles wahre christliche Leben ausgeht, den Hinweis auf den "Weinstock" Jesus Christus. Ohne IHN können wir nichts tun...

(Name und Ort der Red. bekannt), 28-01-2010:
Zitat Apostel Nadolny:
Für den christlichen Glauben bedeute dies: Es mag sein, dass das Christentum, dass unsere Kirche in Europa derzeit ein wenig auf dem Rückzug ist - aber wenn die Grundlage stimmt, wenn die Wurzel da ist, dann geht das vorüber.“ Diese zentrale Wurzel des Glaubens „sei die Anbetung der Majestät Gottes, nichts anderes. Dieses Staunende, dieses vor dem allmächtigen Gott Niederfallende, das ist die Hauptwurzel.“

Wunderbar hat der Apostel das im letzten Satz ausgedrückt! Aber leider wurde diese Hauptwurzel in unserer Kirche praktisch von Anfang an überwuchert von Schmarotzerpflanzen: menschliche Zusatzlehren, Anmaßung, Selbstherrlichkeit und Überheblichkeit. Es haben sich durch die Überhöhung und Vergöttlichung von Ämtern und Hierarchien so starke Nebenwurzeln gebildet, dass die Hauptwurzel oft gar nicht mehr erkennbar ist. Die Macht und Ehre, die allein dem allmächtigen Gott gebührt, wurde umgeleitet auf die Amtsträger, insbesondere das Apostelamt.

Deshalb stimmt die Grundlage in unserer Kirche nicht, und der Mitgliederschwund wird so lange zunehmen, wie die Hauptwurzel nicht freigelegt wird …