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50. Todestag Johann Gottfried Bischoffs
 
Gedenken nur im Kleinen - Leber plant Versöhnungsschritt
 
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel
 
(Name und Ort der Red. bekannt), 04-02-2010:
hukami,

Ihr Beitrag v. 29.1. ist - wie lenoka schreibt - anrührend. Sie haben hier zutreffend - das ist meine Überzeugung - in wenigen Worten den Sachverhalt umrissen. Gleichzeitig stimme ich Ihren Ausführungen im letzten Absatz vollumfänglich zu.

Allerdings teile ich auch die Befürchtung mit bamikaba (3.2.).
Es mag zwar mittlerweile die Aussöhnung tatsächlich eine Herzenssache der NAK-Kirchenleitung geworden sein. Gleichwohl: Die Schritte hierzu sind nicht konsequent genug, sondern von Taktieren bestimmt. Man will schließlich das eigene Kirchenvolk, das z.T. die Botschaft immer noch hochhält, nicht vergräzen. Dies ist nur ein Grund.

Sollte die anscheinend zu erwartende Stellungnahme des Stammapostels meinen Pessimismus Lügen strafen, so wäre ich Gott von ganzem Herzen dankbar und würde in der Seele froh. Froh nicht nur über die bloße Aussöhnung, sondern vielmehr darüber, daß meine Kirche diese Kraft endlich aufbringen konnte. Es wäre eine Befreiung!

Jedoch: Freudig gestimmt ging ich auch in die Veranstaltung des unsäglichen 4.12. Zerschlagen bin ich herausgekommen.
Dennoch gilt noch einmal: Prinzip Hoffnung!

(Name und Ort der Red. bekannt), 03-02-2010:
Es bleibt leider der Eindruck, dass die Aussöhnung seitens der NAK keine Herzenssache ist, sondern notgedrungen passiert. Ohne die Kritik von innen und aussen wäre bisher gar nichts passiert. Es ist schade, dass man immer zwischen den Zeilen lesen und zwischen die Worte hören muss, wie die Äusserungen der NAK zu diesem Thema wirklich zu bewerten sind. Immer wurde bisher taktiert, um ja keine eigene Schuld eingestehen zu müssen. Es wird auf Remis gespielt, die VAG soll eine Mitschuld an dem Ganzen haben. Dann kann nach Vorstellung der NAK Versöhnung gemäß Aktenlage hergestellt werden. Es ist traurig, aber zwischen Kirche und Politik kann ich hier keinen Unterschied erkennen. Es ist kein Wunder, dass immer mehr Menschen auch von der Kirche die Nase voll haben.

(Name und Ort der Red. bekannt), 29-01-2010:
Der Beitrag von hukami ist anrührend und zeigt einen Weg, wie heute mit der Botschaft differenziert umgegangen werden könnte. Ich kenne viele Menschen, denen es mit Stammapostel Bischoff ähnlich ergangen war, und die seine positiven Seiten auch heute noch wertschätzen. Nur zu oft gerät die Diskussion über ihn in die Gefahr, diesen Mann völlig einseitig negativ zu bewerten.

Ich denke, in den geschichtlichen Zusammenhang gehört auch, dass man damals z.B. mit Träumen ganz anders umging als heute. Man findet noch immer Spuren religiös überhöhter, undifferenzierter Traumgläubigkeit in den Beiträgen der UF, aber das ist absolut nichts im Vergleich zu der Zeit, in die wir Stammapostel Bischoff einordnen müssen. Beispielsweise war Verkündigung der NAK, das Deutsche Reich werde den (Ersten) Weltkrieg gewinnen - weil es in Träumen so gesehen worden war! Übrigens blieb die damals Nichterfüllung dieser "Weissagung" (und weiterer...) meines Wissens folgenlos.

Paulus warnt: "Hat jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben gemäß" (Römer 12,7a). Die Apostel im 19. Jahrhundert prüften Weissagungen und Profezeiungen - und verwarfen etliche. Diese Kritikfähigkeit scheint aber zur Zeit Bischoffs nicht mehr vorhanden gewesen zu sein. Inzwischen war das Stammapostelamt zu einer so dominanten Autorität geworden, dass niemand mehr zu prüfen wagte, ob seine Aussagen die dem Evangelium Jesu innewohnende Logik wahrten. Das zeigt der Umgang mit dem Ausnahme-Bezirksapostel Kuhlen überdeutlich. Der Umgang mit Kritik ist - bei allen Verbesserungen - selbst heute noch ein Juckepunkt in der NAK.
Stammapostel Bischoff sah in der starken Orientierung an Träumen, Gesichten und Visionen nicht etwa eine Gefahr, sondern eine besondere Stärke der Kirche. Nicht zuletzt war die apostolische Bewegung durch Weissagungen entstanden! Die Abschaffung des Profetenamtes in der NAK hatte dem Apostelamt zudem eine uneingeschränkte "Weissagungskompetenz" eingetragen. Die "Wächterstimme" schrieb am 15. April 1955, der Stammapostel habe diese Offenbarung "nicht durch einen Traum empfangen, sondern bei einer Begegnung mit dem Sohne Gottes selbst". Soweit zum damaligen Umgang mit übernatürlichen Erscheinungen.

Eine Vermutung: Vielleicht stemmte Stammapostel Bischoff sich mit seiner Botschaft unter anderem auch gegen aufkommende Tendenzen, Glaubensfragen nüchterner, sachlicher zu beurteilen, und die Schwärmerei etwas einzudämmen. (Übrigens gibt es im Nachkriegsdeutschland eine gesellschaftliche Parallele insofern, als gegenüber dem Staat und seinen Zeichen gegenüber eine sachliche bis unpatriotische Haltung auf die Nazizeit folgte. Bundespräsident Gustav Heinemann antwortete Anfang der 1970er Jahre auf die Frage, ob er sein Land liebe, er liebte seine Frau...) Stammapostel Bischoffs Aussagen, bei Nichterfüllung seiner Botschaft sei wohl "die Kirche erledigt", zeigen, dass es ihm diesmal ums Ganze ging. Er war offensichtlich unerschütterlich von der Richtigkeit seiner Haltung gegenüber Träumen, Weissagungen, Gesichten und Visionen überzeugt, die zugleich Wesen und Richtung der Kirche bleiben sollte.

Übrigens werden noch heute kritische Geister gern an die Evangelische Kirche verwiesen, wo angeblich eine rationale ("kalte") Theologie angeboten wird statt der wärmenden, Heimat spendenen Emotionalität in der NAK. Aber die Gläubigen sind längst nicht mehr an ihren Tellerrand zu verweisen! Folglich gewinnt die Frage, was das Apostelamt inhaltlich zu bieten hat, immer größere Bedeutung. Es gibt diesen klaren Zusammenhang mit dem Umgang mit der "Botschaft" und der theologischen Ausrichtung der Kirche heute. Ob da ein Dr. Kiefer allein ausreicht?

(Name und Ort der Red. bekannt), 29-01-2010:
Anlässlich dieses Artikels habe ich mich an die Zeit vor 50 Jahren zurück erinnert und dabei auch meine damalige und heutige Einstellung zu Stammapostel Bischoff überdacht. Ich habe ihn geliebt und verehrt wie wohl die meisten Geschwister, habe ihn in der direkten Begegnung als starke Persönlichkeit mit geradezu umwerfendem Charisma, aber auch liebevoll und mitfühlend erlebt und insoweit nur positive Erinnerungen an ihn.

Mit Sicherheit hat er für unsere Kirche viel Gutes bewirkt und hat während der NS-Zeit auch großen Schaden vermieden, selbst wenn manche Dinge aus heutiger Sicht nicht mehr verständlich sein mögen. Die „Botschaft“ war jedoch eindeutig ein Irrtum – ob sie nun seitens des Stammapostels trotz der auch für ihn eigentlich deutlich erkennbaren Diskrepanz zu den Aussagen Jesu nun aus falscher eigener Überzeugung verkündet wurde (also quasi fahrlässig) oder aus taktischen Erwägungen (also vorsätzlich).

Das Schlimmste war aber, wie dann damit umgegangen wurde, ob nun auf Initiative des Stammapostels oder nur mit seiner Duldung (wobei man wohl auch sein hohes Alter berücksichtigen muss). Was da an blindem Fanatismus, hartherzigem Verurteilen und Ausgrenzen der Bedenkenträger, menschenverachtendem Umgang mit den Zweiflern unter Amtsträgern und Mitgliedern und hasserfüllten Angriffen auf die „Abgefallenen“ zu Tage kam, widerspricht nicht nur allem, was Jesus gelehrt hat, sondern trägt für mich eindeutig die Handschrift Satans.

Dabei habe ich diese Zeit nicht einmal im Bereich des Bezirksapostels Kuhlen erlebt, sondern in einem Gebiet, wo sich die Apostel nicht bzw. zumindest nicht offen gegen die Botschaft gestellt haben. Wie viel schlimmer muss es für die Brüder und Geschwister gewesen sein, die das nachfolgende Schisma hautnah erleben mussten, wo manche Familien zerbrachen und viele Seelen unheilbar geschädigt wurden. Ich habe damals oft (natürlich heimlich und im Stillen) für diese Brüder und Schwestern gebetet, auch wenn sie uns von den Amtsträgern als Feinde bzw. als Werkzeuge des Bösen dargestellt wurden, denen man die Strafe Gottes in jeglicher Form an den Hals wünschte.

Hier ist es also nicht mit einer „Entschuldigung“ getan, auch nicht mit einem „Teilgeständnis“ oder versöhnlichen Reden, sondern hier hilft nur noch das ungeschminkte Eingeständnis eines großen Irrtums mit bösen Folgen und die vollumfängliche Rehabilitierung derer, die diesen Irrtum damals schon als solchen erkannt haben. Offenes Bekennen der Schuld, ehrliche Reue und aufrichtiges Bemühen um Wiedergutmachung – das verlangt Gott von uns, wenn wir etwas falsch gemacht haben. Warum soll das für die NAK bzw. ihre Verantwortlichen nicht gelten?

(Name und Ort der Red. bekannt), 26-01-2010:
Ein publikumswirksamer "Versöhnungsschritt", minutiös geplant zu einem festgelegten Datum 4 Monate später? Versöhnung, die von Herzen kommt, stelle ich mir anders vor.....