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Halle-Meinung konträr zur NAK-Sicht?
 
Meinungsbildung ist Erfolg für Klinglers Visions-Prozess
 
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel
 
(Name und Ort der Red. bekannt), 22-01-2010:
Lieber badedeno,

nun melde ich mich doch noch einmal.

Natürlich ist mir bewusst, daß eine scharfe Trennung zwischen der Meinung des Stammapostels und einer rein sachlichen Wertung aufgrund seiner Aussage gegenüber der Zeitschrift "idea" schier nicht möglich ist. Je höher die Amtsstufe, um so mehr besteht der pschyologische Zwang, die "Meinung" des Stammapostels über die rein "sachliche Wertung" zu stellen. Diese Zwänge ergeben sich eben durch Kirchenstrukturen und sind bei allen Kirchen mehr oder weniger ausgeprägt. Es ist schlichtweg eine menschliche Verhaltenskomponente.

Mein Fazit - in Gedankenstrichen aufgegliedert - geschah in Kenntnis dieser Zusammenhänge ganz bewußt: Es sollte die Gegensätzlichkeit der "Meinung" zur "sachlichen Wertung" bewusst machen. Es sollte gerade diesen Widerspruch, der sich daraus ergibt, aufzeigen.

Dass dies gelungen ist, zeigt Ihr Beitrag. Wenn unser aller Beiträge ein ganz klein wenig mithelfen, der Kirchenleitung Mut zu machen, heisse Eisen anzupacken und der Wahrheit die Ehre zu geben, wäre das einfach schön. Das klingt vielleicht vermessen. Ich schreibe dies in Demut. Es ist - wie lenoka ausführt - die Glaubwürdigkeit, die die Menschen anzieht.

(Name und Ort der Red. bekannt), 19-01-2010:
Nach der Wahrheit hinsichtlich der Botschaft zu fragen, ist lächerlich. Darum geht auch nicht. Die Kirchenleitung taktiert. Also taktieren die Apostel (fast) alle mit. Dabei geht es um Gesichtswahrung, es geht darum, die Kirche zusammenzuhalten. Bei dem Satz "das ist nicht mehr meine Kirche" zuckt jeder Apostel zusammen und neigt zur Irrationalität. Dass man dadurch viel mehr verliert, ist auch eine Tatsache: Die Menschen, die etwas bewegen könnten, die Glaubwürdigkeit, die Menschen anziehen könnte, die Wahrhaftigkeit, die Christen auszeichnen sollte. Aber sie werden in 30 Jahren noch taktieren...

(Name und Ort der Red. bekannt), 19-01-2010:
Verehrter „gomifi“,

wie wollen Sie denn trennen zwischen der persönlichen Überzeugung des Stammapostels, die „Botschaft“ sei göttlichen Ursprungs gewesen und der offiziellen Aussage, sie sei „kein Dogma mehr“ und jeder könne sich seine eigenen Gedanken dazu machen? Wenn ein Kirchenoberhaupt mit solcher Bedeutungsfülle, wie es für die NAK der Stammapostel darstellt, seine „persönliche Meinung“ zu einem solchen zentralen Thema öffentlich äußert, stellt sich jeder, der anderer Auffassung ist, in offenen Gegensatz zu dem obersten Repräsentanten seiner Kirche – und nach Auffassung der NAK in Gegensatz zu dem Repräsentanten Jesu Christi.

Auch Papst Benedikt XVI. hat in seinem Buch „Jesus von Nazareth“ darauf hingewiesen, dass er dort lediglich seine persönliche Meinung darstelle, aber es handelt sich dabei um seine Erfahrungen mit und seine persönliche Sicht auf Jesus Christus, also ein Thema, das den persönlichen Erfahrungshintergrund eines jeden Einzelnen betrifft. Trotzdem hat er deswegen nicht wenig Kritik hinnehmen müssen. Es wäre aber unvorstellbar, dass ein Papst sagen könnte, er persönlich sei überzeugt von der Richtigkeit einer der inzwischen als Irrtum erkannten Auffassungen oder Handlungen der römisch-katholischen Kirche der Vergangenheit – obwohl es jedem freistehe, sich dazu seine eigene Meinung zu bilden. Er würde damit einen Grund zu seiner Abwahl liefern!

Man kann nun eine Auflistung der aktuellen Aussagen der NAK zum leidigen Botschaftsthema machen und sagen: Damit hat es sich für mich, ich bilde mir meine eigene Meinung (was ja schon immer möglich war!), aber damit ist das Problem, und das sehen Sie ja auch, nicht aus der Welt. Zunächst einmal ist darauf hinzuweisen, dass es eine Absurdität ohnegleichen darstellt, fast 50 Jahre nach der Nichterfüllung der „Botschaft“ zuzugestehen, dass diese „kein Dogma mehr“ sei. Sollte sie denn bisher ein solches gewesen sein? Kann etwas, das ganz offenbar nie vorhanden war, überhaupt ein Dogma gewesen sein? Selbst, wenn die „Botschaft“ von ihrem Urheber selbst dogmatisiert worden war, so ist dieses Dogma, als sich seine Ursache als falsch herausstellte, doch rückwirkend obsolet geworden. Deshalb ist es ein Stück aus dem theologischen Tollhaus, wenn Jahrzehnte später verkündet wird, dass die Gläubigen von nun an die nie existent gewesene Botschaft nicht mehr als Dogma betrachten und sie nicht mehr glauben müssten. Schon von daher ist die Äußerung Lebers nicht einmal ansatzweise ein Schritt in die richtige Richtung, sondern ein Eiertanz um die Pflicht zur Wahrheit und Ehrlichkeit.

Das persönliche Glaubensbekenntnis des Lebers macht sein „Zugeständnis“ an die Gläubigen vollends zur Farce. Wie kann man denn zu dem Ergebnis gelangen, den Glauben des Stammapostels nicht zu teilen, ohne ihm die ihm zugesprochene Lehrautorität in Frage zu stellen, denn seine Lehraussagen fließen schließlich aus seinem persönlichen Glauben, es sei denn, man unterstellte ihm Heuchelei.

Letztlich aber pflichte ich Ihrem Fazit zu: Es bedarf des offenen Eingeständnisses der Unrichtigkeit der „Botschaft“ und der Schuld, die die NAK bis heute deswegen trägt. Aber wie will ein Stammapostel das glaubhaft vertreten, wenn er nach wie vor die „Botschaft“ für göttlich hält?

(Name und Ort der Red. bekannt), 18-01-2010:
Was ist denn nun die "offizielle" Lehraussage zur Botschaftsfrage? StAp. Leber hat - wenn auch extern - ganz konkret geäußert, daß die Botschaft kein Dogma mehr ist und sich jeder seine Gedanken darüber machen kann. Punkt. Ich schließe jetzt ganz bewußt aus, daß er innerkirchlich das Gegenteil behaupten würde. Er hat nur seine persönliche Meinung kundgetan. Punkt. Danach glaubt er vom Grundsatz her an die Botschaft. Eine "persönliche Meinung" kann niemals offizielle Lehraussage sein - egal, wer sie vertritt. Nochmals Punkt. Da die "Meinungen" lt. StAp. freigestellt sind, kann jeder - auch ein Apostel - eine abweichende Meinung zur Botschaft haben. Genauso, wie es ja auch sonst - und das ist doch normal! - zu den verschiedensten Fragen auch innerhalb der Kirchenleitung abweichende Meinungen gibt. Ein Amtsträger - egal welcher Amtsstufe - würde sich sogar auf den Pfad der Heuchelei begeben, hätte er die persönliche Meinung, die Botschaft sei nicht göttlichen Ursprungs gewesen und würde er "offiziell" das Gegenteil verlautbaren.

Für mich ergibt die Aussage des Stammapostels somit folgende Zusammenfassung:

- Die Botschaft ist kein Dogma.
- Jeder kann sich seine eigene Meinung hierzu bilden.
- Diese Meinungen müssen nicht mit der Meinung des Stammapostels übereinstimmen (sonst wäre es wieder ein Dogma).
- Wer wider die eigene Meinung etwas anderes sagt, heuchelt.

Diese "Meinungsfreigabe" hat zunächst zwar Druck vom Kessel genommen, sie ist aber für die Kirchenleitung dennoch nicht wirklich befreiend. Nun entstehen vielfältige Meinungen. Natürlich wird der Heuchelei Vorschub geleistet. Nach wie vor liegt also über diesem Thema eine ungesunde Dunstglocke.

Wirklich befreiend wäre eine klare und offizielle Stellungnahme des Stammapostels, die - auf der Grundlage der Hl. Schrift - (und auch vieler anderer Zeugnisse aus damaliger Zeit - s. Internet) nur eine Zielrichtung haben kann: "Die Botschaft war ein Irrtum." Wenn dann noch eine Entschuldigung folgen würde: Keine Dunstglocke mehr sondern purer Sauerstoff für die NAK!

Aber das ist ja alles bereits bis zur Erschöpfung (um ein anderes Wort zu gebrauchen) geschrieben worden. Deshalb werde ich mich jetzt aus dem Botschafts-Thema ausklinken.

(Name und Ort der Red. bekannt), 18-01-2010:
Es hat den Anschein, dass Herr Wosnitzka sich nicht danach richtet, was der Kirchenleiter nach aussen hin, z.B. in jenem Interview zur Botschaftsfrage offiziell geäussert hat, richtet, sondern dass er dessen persönlichen Glauben zum Massstab für sein kirchliches Handeln und seine Stellungnahme nimmt.

Eine solche ’Glaubenshaltung’ ist in der NAK in der Tat nichts Besonderes. Solange ich mich zurückerinnern kann, gab es schon immer diese Fixierung unter den Untergegebenen auf Persönliches aus dem Leben des Kirchenführers. Da wurde sogar auf ganz profane Dinge geblickt und ehrfurchtsvoll zu Glaubensüberzeugungen erhoben. Motto: ’Wenn der Stammapostel das so oder so macht, dann ist das für mich selbstverständlich, dass ich das in der Nachfolge zu ihm und ihm Segen genauso mache.’

So wundert mich die Haltung des Apostels W. im vorliegenden Fall überhaupt nicht.