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Klippschul-Arithmetik genauer betrachtet
 
Ein letzter Kommentar zu Pfarrer Gandows Argumenation
 
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel
 
(Name und Ort der Red. bekannt), 23-12-2009:
In obigen Beiträgen wird gesagt, die NAK müsse die Reformen noch erweitern oder vertiefen. Nach meinem Verstehen gibt es in der NAK gar keine Reformen im eigentlichen Sinn. Das Lat. Wort für Reform (re formatio) bedeutet Wiederherstellung. Eine Rückbesinnung zum Ursprünglichen und ein gewaltloser Umbau des Bestehenden. Was ich jedoch in der NAK beobachtet habe, waren mehr Anpassungen (lat. adaptare). Man passt sich dem Zeitgeist an wo es nicht mehr haltbar ist in das Leben der Gemeinde einzugreifen (z.B. Kinobesuch), legt Dinge etwas anders aus, formuliert moderner, stellt es ansprechender dar, engagiert Werbefachleute, veranstaltet Party ähnliche Grossveranstaltungen für Junge, schüttelt am Stand der Regenbogen-NAK einigen die Hände, nimmt Reizworte raus oder versucht sie zu transformieren (Aus dem NAK-Apostel der Heilsnotwenig ist, wird ein NAK-Apostel der Heilsvermittelnd wirkt) und so weiter. Es ist auch keine Reform eine neue Bibelauslegung über das Sonnenweib zu erfinden. Genial daneben, könnte man sagen.

Eine wirkliche Reform, wo sich grundlegendes ändert und nicht nur in welcher Art auch immer etwas angepasst wird, sehe ich beim besten Willen nicht. Nicht einmal der Wille dazu ist erkennbar.

Die Tonalität von Pfarrer Gandow empfinde ich auch nicht in allen Teilen als geeignet. Was er sachlich sagt, dem kann nicht widersprochen werden. Das Entschlafenenwesen ist nicht biblisch begründet. Punkt. Die Sonnenweibauslegung ist eine Kreation der NAK und sie sind nicht in der Lage, einen vertieften theologischen Dialog darüber zu führen. Punkt. Die NAK-Apostel verstehen sich als besonders herausgehoben und damit sind automatisch die anderen niedriger anzusiedeln. Das ist sektenhaft auf mindestens Stufe eins. Punkt. Und wer die Sicht vertritt, die Bibel sei höchste Lehrautorität, dem bietet die NAK in so vielen Dingen eine Breitseite: Taufverständnis, Sicht zum Apostolat, Lehre vom dualen Heiligen Geist, das neue Ja-Aber-Taufverständnis, die verbale Anlehnung an die RKK....sowie die noch heute bestehenden Gebötchen und Verbötchen, die es hier und dort immer noch gibt. Punkt.

Die NAK muss sich nicht ändern um Oekumenefähigkeit zu erlangen. Die NAK muss sich ändern, weil sie das auf die Dauer eh nicht durchhalten wird und zuvieles keinen Rückhalt in der Bibel hat. Da würden echte Reformen helfen, anstatt Anpassungen, die nicht einmal die Wirkungsuntergrenze übertreffen, dass sich tatsächlich etwas sichtbar ändert.

Ach ja, noch etwas. Es heisst ja, die NAK-Gotteskinder folgen dem Glauben ihrer Apostel nach. Nach meinem Verständnis sagt die Bibel, wir sollen an Gott und Christus glauben, wie die Schrift sagt und dann können wir das ewige Leben erlangen.... Doch was die NAK-Apostel in den letzten 100 Jahren und noch heute so von sich geben, das hat oft weder einen impliziten noch einen expliziten Anhalt in der Schrift. Und das IST sektiererisch (abgrenzend, sich herausstellend, anbindend, überhöhend...). In dieser Klinik sind die meisten Glaubensgemeinschaften "krank", in irgend einer schwächeren oder stärkeren Form. Die NAK liegt aber diesbezüglich auf der Intensivstation und wird künstlich am Leben erhalten....

Liebe Grüsse in Christus

Jürgen Stierle aus Stuttgart, 21-12-2009:
Alles was ich hier so lese hat irgendwo, bis auf ein paar Ausrutscher in der Tonart, einen wahren Kern. Dies beruht darauf, daß wir alle Menschen sind, die zum Glück alle irgendwie anders sind. Darüber hinaus nennen wir uns evangelische, katholische, neuapostolische, ... Christen die eine Vergangenheit mit sich rumschleppen. Irgendwie kann sich da keiner als Organistion und als Person komplett freimachen davon.

Ich bin als neuapostolischer Diakon froh darüber, das es für mich selbstverständlich geworden ist, bei evangelischen und ökumenischen Gottesdiensten aufgrund von Schul- und Kindergartenaktivitäten teilzunehmen. Ich möchte betonen, daß dies auch schon parallel zu eigenen Veranstaltungen in der neuapostolischen Gemeinde durchgeführt wurde, ohne, daß ein höherrangiger Amtsträger auch nur einen Piep dazu kritisch bemerkt hat.
Ich sehe diese Teilnahmen nicht als Pflicht sondern als Bereicherung meines persönlichen Glaubenslebens, auch wenn ich nicht alles Toll fand was ich dort so erlebt habe. Das ist aber auch in der eigenen Gemeinde teilweise so!
Auf jeden Fall freue ich mich darüber, daß ich mich mit meinem Nachbarn nicht nur über den Garten und das Wetter, sondern vielleicht auch über das uns verbindende Christentum sprechen kann. Früher wurde nur darüber gerätselt wie die Sekte den nun heißt, in die wir jeden Sonntag gehen! Das hat ganz schön genervt!

Mir kommen diese Diskussionen ein wenig wie "Glaubenspolitik" vor. Wenn ich dann so Worte lese wie "Grundsätze der Ökumene" dachte ich dabei ganz schnell an das fürchterliche Wort "Leitkultur".
Sicherlich ist die NAK mit der früher selbst gewählten Isolation diesbezüglich kein gutes Vorbild, jedoch habe ich im Zusammenhang mit der Ökumene so meine Probleme. Ich frage mich gerade ernsthaft wer und nach welchen Prinzipien solche Grundsätze festgelegt werden.
Ich hoffe nicht, daß dies wie in der Poltik passiert. Fachliche Experten ringen nach der Wahrheit die neben dem fachlichen auch immer die Machtverhältnisse, persönliche Erfahrungen und Interessen, ... sowie die nächste Wahl im Hinterkopf haben. Die Ergebnisse kennen wir ja!

Da der Ökumenische Kreis auch aus Menschen besteht, kann ich mich nicht ganz Freimachen von dieser Vorstellung!

Ja was macht dann jemand an der NAK Basis! Er erfreut sich an bereichernden Augenblicke in der Ökumene, und freut sich über die Gemeinschaft weiterer Christen in der Ökumene in der ich immer auch NAK’ler treffe unter denen sogar "NAK-Hardliner" zu finden sind. Vielen Dank an die Ökumene, daß dies relativ unverkrampft möglich ist!

Tja! Liebe Kritiker - Diskutiert ruhig weiter ob die NAK reif ist für die Ökumene. Ich bin es und andere die sich vielleicht noch an den Gedanken gewöhnen müssen muß man eben noch etwas Zeit geben. Vielleicht ist dann ja auch die NAK als Organisatiion "ökumenefähig"! Irgendwie sind wir alle halt doch noch Menschen!

Thomas Gandow aus Berlin-Zehlendorf, 09-12-2009:
A propos Klippschul- bzw. Milchmädchenrechnung:
Daß ich mit meiner Skepsis gegenüber der angeblichen ökumenischen Öffnung nicht allein bin, zeigt die veröffentlichte Meinung eines Fachmanns, der in letzter Zeit gern geradezu als Kronzeuge des Wandels gebraucht wurde:
--------------
"...
Ist eine regionale ACK der richtige Ansprechpartner für den klar formulierten Wunsch der NAK, wie die Adventisten ACK-Mitglied zu werden?
In der Vergangenheit gab es häufiger Konflikte aufgrund einer zielgerichteten NAK-Strategie und unterschiedlicher Auffassungen lokaler, regionaler und bundesweiter ACK-Verbände.
...
rief die Gastmitgliedschaft der NAK in zwei bayerischen ACKs auch kritische bis ablehnende kirchliche Voten hervor ...

In den Vorbemerkungen der [ACK-BW] Orientierungshilfe wird betont, dass die NAK in den letzten beiden Jahren ,,bemerkenswerte Lehränderungen" vorgenommen
habe, ,,etwa im Hinblick auf das Taufverständnis, das Amt des Stammapostels und die bis 2006 sehr exklusiv formulierte Heilslehre". Dadurch befinde sie sich auf einem Weg, ,,der sie der ökumenischen Gemeinschaft der Kirchen näher bringt". Diese Darstellung in einer landeskirchlichen Verlautbarung zu lesen verwundert, weil sie zwar das Selbstbild der NAK transportiert, nicht jedoch kritische kirchliche Anfragen dazu berücksichtigt.
....

Weisen die im Januar 2006 in Uster verkündigten -Lehrkorrekturen" und die Taufanerkennung wirklich auf substantielle Veränderungen hin? Unmissverständlich stellt doch die [ACK-BW] Orientierungshilfe aus Baden-Württemberg klar, dass die Taufe im Verständnis der NAK nur ,,in ein erstes Näheverhältnis zu Gott führt; erst gemeinsam mit der Heiligen Versiegelung bewirkt sie die ... Gotteskindschaft". Das Sakrament der Heiligen Versiegelung kann aber ausschließlich ein lebender Apostel spenden.
So lautet unmissverständlich der 5. Punkt im ,,Selbstbild" der NAK, das auf dem Informationsabend im Dezember 2OO7 vorgestellt wurde. Wird damit nicht allen anderen Christen die Gotteskindschaft abgesprochen?
Ohne Zweifel ist es sinnvoll, die progressiven Kräfte in der NAK zu stärken. Das ist ein positiver Effekt der Orientierungshilfe.
...
Es erscheint jedoch fraglich, ob die ACK in anderen Regionen und auf Bundesebene den euphorischen Grundton aus Süddeutschland um die angebliche ökumenische Öffnung der NAK teilen wird.
Vermutlich müssen erst die offensichtlichen und bekannten theologischen Unstimmigkeiten innerhalb der NAK geklärt werden, ehe man entscheiden kann, ob sich die NAK wirklich den ökumenischen Grundeinsichten angenähert hat."
------------------------
Wer das geschrieben hat?
Michael Utsch im Materialdienst der EZW 7/2008 S. 267 ff

Wo er recht hat, hat er recht.
Alles andere ist Milchmädchenkosmetik.

(Name und Ort der Red. bekannt), 04-12-2009:
[zitat](Lukas 5, 37,38) "Niemand flickt einen Lappen von einem neuen Kleid auf ein altes Kleid; sonst zerreißt er das neue, und der Lappen vom neuen reimt sich nicht auf das alte. Und niemand faßt Most in alte Schläuche; sonst zerreißt der Most die Schläuche und wird verschüttet, und die Schläuche kommen um. Sondern den Most soll man in neue Schläuche fassen, so werden sie beide erhalten".[/zitat]

Lieber Jürgen Ringle,

danke für das Gleichnis, an das ich in diesem Zusammenhang auch schon des Öfteren gedacht habe. Die „Flickschusterei“ bringt unsere Kirche nicht voran, sie braucht eine grundlegende Sanierung vom Fundament her.

Allerdings ist es wohl eher so, dass der Most selbst verdorben (mit unbiblischen und deshalb unverträglichen Zusätzen versetzt) ist und deshalb auch neue Schläuche (andere Formulierungen und oberflächliche Korrekturen) nichts bringen.

Ich hoffe im Interesse unserer Kirche, dass sich die Verantwortlichen in den ökumenischen Kreisen auch künftig nicht von „neuen Schläuchen“ täuschen lassen.

(Name und Ort der Red. bekannt), 02-12-2009:
ja, in der vergangenheit wurden fehler gemacht!
ja, in der zukunft werden fehler gemacht!
deshalb bitte mitteilungen der kl, sondernummern der lg, lehre und erkenntnis der uf bitte lesen und umsetzen. (gnaden- und apostelaltar: seit 1999 obsolet, siehe lg 1999)
es liegt an uns den amtsträgern, ob der müll weitergetragen wird, ob die änderungen bei den mitgliedern ankommt, ob wir in der lage sind fragen zu beantworten, ob wir positiv predigen, ob wir kritikfähig sind! haben wir bedenken auf lehrwidrige äußerungen in der predigt hinzuweisen? sprechen wir im ämterkreis offen darüber? welche maßnahmen ergreifen wir?
christ sein bedeutet auch traditionen aufrechterhalten zu können, die in den menschlichen kommentaren und auslegungen kontrovers bzw. gar nicht diskutiert werden. christ sein bedeutet auch die eigenen ansichten und meinungen zu überdenken. christ sein bedeutet auch dem anderen das christsein zuerkennen. christ sein bedeutet alle christlichen vereinigungen als bruder und schwester zu sehen. christ sein bedeutet aufeinander zuzugehen. christ sein bedeutet versöhnungsbereit sein.

Jürgen Ringle aus Saarbrücken, 02-12-2009:
Lieber Michael Koch,
Sie werfen Herrn Gandow ungenügende Kenntnisse bezüglich des Taufverständnisses vor und erwarten von ihm als Weltanschauungsbeauftragtem ein Vetrautsein mit der Materie. Frage: Wie vertraut sind denn die Mitglieder der NAK mit dieser Materie? Fragen Sie doch einmal 10 Amtsträger der NAK, am Besten vom Bez. Ev. aufwärts, ob sie in der Lage sind Ihnen das zur Zeit gültige Taufverständnis der NAK zu erklären und worin der Unterschied zu sehen ist zu den vorherigen Lehraussagen der Kirche. Ich bin absolut davon überzeugt, dass diese Aussagen viele in ein verwirrtes Erstaunen versetzen würde. Der für 2008 angekündigte Katechismus läßt weiter auf sich warten (er wird auch 2010 nicht kommen) und zu dem Büchlein FuA gibt es mittlerweile verschiedene Ausgaben und Ergänzungen, sodass es dem geneigten Betrachter schwer fallen muss die feinen Unterschiede mit den entsprechenden Konsequenzen in ihrer Umfänglichkeit zu benennen. Also Sie können schwerlich von Außenstehenden "Kenntnisse der Materie" erwarten, wenn es bei den eigenen Führungskräften sehr häufig zu Fehlinterpretationen kommt.
Die Lehre zum Entschlafenenwesen in einer etwas überhöhten Form in Frage zu stellen kann niemanden wirklich verwundern, wenn selbst St. Ap. Leber im Pfingst-GD 2007 in Hamburg einräumte, dass die Lehraussagen der NAK hinsichtlich der Entschlafenen biblisch nicht zu belegen sind, aber da es sich um eine lieb gewordene Tradition handelt, möchte man an dieser Form nichts ändern. Wenn Sie darüber hinaus noch die historische Last berücksichtigen, dass die NAK bis in die 20iger Jahre des letzten Jahrhunderts hinein nicht nur Verstorbene versiegelt hat sondern auch noch Angaben gemacht wie viele in dem jeweiligen Gottesdienst im Jenseits versiegelt wurden und dass dazu noch Amtsträger für die jenseitige Welt ordiniert wurden, dann kann ich den Rat von Herrn Gandow zumindest verstehen. Ich denke er hat mit diesem nicht ganz ernst gemeinten Hinweis den Rat gegeben die Inhalte dieser sehr fragwürdigen Lehre noch einmal zu überdenken. Dieses Überdenken und Bedenken kann niemanden in der NAK schaden. Was mit einem verstorbenen evangelischen, katholischen oder neuapostolischen Christen in der jenseitigen Welt geschieht und/oder möglich ist kann niemand von uns sagen. Wir können aber großes Vertrauen haben in eine uns alle umfangende und einbeziehende Liebe Gottes. Aus diesem Grund halte ich jede Form der Spekulation für nicht verantwortbar.
Dies gilt ebenso für die hochspekulative Lehraussage bezüglich der "Sonnenfrau".
Was St.Ap. Leber wann in welcher Form gesagt und dann vielleicht wieder zurückgenommen hat macht doch nur umso mehr deutlich, dass die NAK zwei Bilder generiert. Ein Bild nach "Innen" und ein Bild nach "Außen". Nach Innen wird klar kommuniziert, dass "Wir allein sind Gotteskinder" und ohne Apostelamt kann es keine Kirche im wahren Wortsinn geben. Nach "Außen" versucht die KL alle exklusiven Lehraussagen so lange weich zu spülen bis sie die "scheuernde und kratzende Härte" der Ausgrenzung verloren haben. Ist das wahrhaftig?
Wenn Sie Herrn Gandow fehlende Nüchternheit und eine verteufelnde Haltung attestieren, aufgrund der Tatsache, dass er sich nicht die Mühe macht die Sonderlehren der NAK nachzuvollziehen, dann liegt doch die Verantwortung zunächst einmal auf Seiten der NAK diese Sonderlehren theologisch so in einen biblischen Kontext zu stellen, dass diese Lehraussagen auch wirklich nachzuvollziehen sind. Diesem theologische Diskurs wird man sich aber seitens der NAK nicht stellen, da die fehlende Fachkompetenz den Ausgang dieses Diskurses vorweg nehmen würde.
Sie sprechen von einigen positiven Ansätzen hinsichtlich ökumenischer Begegnungen zumeist auf Gemeindeebene, die nicht wahrgenommen werden wollen von Herrn Gandow. Die Fähigkeit zu einem wirklichen ökumenischen Dialog kann nur dem zugesprochen werden, der in der Lage ist mit allen anderen auf "Augenhöhe" zu sprechen. Diese Augenhöhe ist weder in den offiziellen Lehraussagen der Kiche noch in der gelebten Praxis im weitaus überwiegenden Teil der Gemeinden zu erkennen. Von einer steigenden Tendenz bis hin zu einem sprunghaften Anstieg zu sprechen kann getrost in die Kategorie "Wunschvorstellungen" eingereiht werden. Es trifft eher eine bekannte Volksweisheit zu: "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer".
Über den Sektenbegriff zu diskutieren und Mutmaßungen anzustellen ist aus meiner Sicht wenig hilfreich. Viel wichtiger als die Definition des Begriffes und die anschließende Einordnung ist doch der Vergleich zwischen den Merkmalen einer Sondergruppierung und die Wirkungen in die Gruppe hinein bis zum einzelnen Menschen. Aus dieser Sicht gibt es in nahezu allen religiösen Gemeinschaften Elemente, die nicht zur Befreiung des Menschen im christlichen Sinn geführt haben. Der Grad der Unfreiheit ist dann das Maß für die Nähe oder Entfernung zu Jesus Christus. Diese Nähe oder Ferne kann nicht per Definition festgelegt werden. Daraus leitet sich dann auch die Notwendigkeit ab, sich von eigenen Sonderlehren zu verabschieden, um dem Wachstum in die Nähe zum Sohne Gottes den erforderlichen Lebensraum zur Verfügung zu stellen.
Zum Abschluss noch einen Gedanken zur Verbesserungswürdigkeit von Lehrpositionen oder Lehraussagen. Dazu hat Jesus in einem sehr schönen Gleichnis Stellung genommen. Auf die Frage seiner Jünger hinsichtlich des traditionellen Fastens hat er in einem wunderschönen Bild zum Ausdruck gebracht was er von "Verbesserungen" hält.
(Lukas 5, 37,38) "Niemand flickt einen Lappen von einem neuen Kleid auf ein altes Kleid; sonst zerreißt er das neue, und der Lappen vom neuen reimt sich nicht auf das alte. Und niemand faßt Most in alte Schläuche; sonst zerreißt der Most die Schläuche und wird verschüttet, und die Schläuche kommen um. Sondern den Most soll man in neue Schläuche fassen, so werden sie beide erhalten".
Er ist gekommen um "Alles neu zu machen" und nicht um lediglich die Dinge nur zu "verbessern".
Den Mut zu haben und das Vertrauen zu besitzen "Neues zu wagen" mit ihm, erfordert die Fähigkeit sich wahrhaftig von manchem Ballast zu verabschieden.
Dann würde eine "Identität" mit dem Sohn Gottes in spürbare Nähe rücken.

Mit herzlichen Grüßen

Jürgen Ringle, Saarbrücken

Thomas Gandow aus Berlin-Zehlendorf, 30-11-2009:
Zunächst bedanke ich mich, daß mir Herr Koch trotz erheblichen Unbehagens beiderseits die Gelegenheit gibt, mich hier einzuloggen.

1. Die Überschrift des Kommentars spricht in ihtrer berheblichkeit Bände.
2. Glaubenskultur hat seine Leser nicht vorurteilsfrei über die Ergebnisse unseres Studientages informiert, Das mussten andere übernehmen, obwohl ich auch Ihnen -quasi als ersten - das Resumee übermittelt hatte.
Es werden in diesem Kommentar zusammenhanglos meine Stellungnahmen, die ich einem als "Herr_derErnte" auftretenden Forennutzer entgegnete, eingebaut.

3. Ich muß nicht sektiererische Sonderlehren "nachvollziehen". Es reicht, daß ich sie respektiere als Alleinstellungsmerkmal der NAK und keineswegs "verteufele". Entschlafenendienst und Sonnenweiblehre - grandiose, attraktive Entwürfe und zugleich grandiose Fehlleistungen verglichen mit dem biblischen Befund.

4. Die NAK muß ihre Sonderlehren nicht ablegen, um ökumenefähig zu werden - sie muß sie einfach ablegen, weil sie sektierisch sind. Spannend wird sein, daß das nicht jedem gefallen wird.

Aber um everybodies darling zu sein, dazu reichen schon fastfood, gleichgeschlechtliche Segnungen Popmusik (Fluch der Karibik) und anderes trallala. (griechisch: adiaphora)

Mit freundlichen Grüßen an alle Gotteskinder
Ihr
Thomas Gandow

(Name und Ort der Red. bekannt), 29-11-2009:
Lieber Bruder Schunk,
Sie schreiben: „Es kann wohl niemand behaupten, wir zögen damit heute noch werbend durch die Gegend.“

Leider trifft diese Behauptung aber immer noch zu. Es gibt immer noch die „Eiferer“, die ständig nach Gelegenheiten suchen, andere Christen zu bekehren und davon zu überzeugen, dass sie „verlorene Schafe“ sind und nur WIR den richtigen Weg kennen. Und solange unsere Kirche ganz offiziell „Weinbergsarbeit“ in anderen christlichen Weinbergen betreibt, sollten wir auch Verständnis für ein gewisses Misstrauen haben.

Ich habe es auch schon allzu oft erlebt, dass Gäste, die sich in vielen behutsamen Gesprächen an unseren Glauben (der auch ohne Exklusivität einiges zu bieten hat) angenähert hatten, dann von Fanatikern aus den eigenen Reihen wieder abgestoßen wurden – meist leider auf Dauer.

Erst kürzlich hat sich eine Nachbarin, die mir und auch unserer Kirche ansonsten durchaus wohl gesonnen ist, darüber beklagt, sie werde bei Besuchen am Grab ihrer Eltern auf dem Friedhof immer wieder von einer neuapostolischen Frau „mit aufdringlicher Werbung“ belästigt; auch andere hätten sich darüber schon aufgeregt. Der zuständige Vorsteher war aber durchaus nicht der Ansicht, dass das vielleicht dem Ansehen unserer Kirche schaden könnte – ganz im Gegenteil!

Im Übrigen danke ich Ihnen ganz herzlich für Ihre Aussage NUR GEMEINSAM KÖNNEN WIR ALS CHRISTEN ÜBERLEBEN. Wenn diese Erkenntnis sich allgemein durchsetzen würde, müssten doch die kleinlichen Rechthabereien und Anmaßungen auf allen Seiten aufhören. Wobei ich korrekterweise feststellen muss, dass ich solches gerade vonseiten der evangelischen Kirche bisher noch nie erlebt habe.

Gerhard Schunk aus Iserlohn, 28-11-2009:
Die vorliegenden Ausführungen von Michael Koch sind sehr zu begrüßen und waren längst überfällig. Hier musste mal ein deutliches Wort gesprochen werden bei soviel anmaßender Arroganz des Herrn Gandow.
Es geht hier überhaupt nicht darum, ob und ggf. in welchen Punkten der Pfarrer Recht hat. Ohne Zweifel muss die NAK ihre Reformbestrebungen verstärken und dafür sorgen, dass diese auch im ganzen Land beachtet und unterstützt werden. Darum scheint es dem Herrn aus Berlin aber offensichtlich nicht zu gehen. In überheblicher Weise weigert er sich, auch nur das kleinste Zugeständnis zu machen und die, leider noch nicht ausreichenden, Erfolge der Zusammenarbeit in einigen örtlichen bzw. regionalen Bezirken auch nur zur Kenntnis zu nehmen.

Selbst wenn noch einige der (selbst aufgestellten?) Merkmale einer christlichen Sekte bei uns anzutreffen sind, muss das kein ernsthaftes Hindernis einer Zusammenarbeit sein. Es kann wohl niemand behaupten, wir zögen damit heute noch werbend durch die Gegend.
Ist es nicht vielmehr so, dass in den bekannten Fällen gemeinschaftlicher Aktionen mit anderen Kirchen eine fruchtbare Zusammenarbeit angeboten wird und zur Zufriedenheit aller zustande kommt? Will Pfarrer Gandow ernsthaft behaupten oder meint er befürchten zu müssen, wir würden bei solchen Gelegenheiten und bei sonstigem öffentlichem Auftreten versuchen, Mitglieder anderer Gemeinschaften abzuwerben?

Hier scheint ein konservativer Kreis bei den Evangelischen geradezu ein Aufeinander-Zugehen verhindern zu wollen. Es ist bezeichnend für diese Einstellung, dass oft die NAK demonstrativ
nicht zur Kenntnis genommen wird und Teilnahmeangebote brüsk zurückgewiesen werden. Fürchtet man hier, wie früher bei uns behauptet, eine gewisse Konkurrenz? Das ist ja wohl kaum anzunehmen und wäre nicht nur lächerlich (und unchristlich), sondern auch in Anbetracht der Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen aller Christen in unserem Lande kontraproduktiv.
Das noch zarte Pflänzchen der Ökumenebestrebungen in der NAK könnte dabei auch schlimmstenfalls wieder verkümmern.

Damit keine falschen Schlüsse aus meinen Ausführungen gezogen werden betone ich ausdrücklich, dass meiner Meinung nach unsere Kirche es nicht mehr nötig hat, auf ihre uneingeschränkte Exklusivität zu bestehen. Eine Aufgabe dieser Position wäre uns in vieler Hinsicht vom Vorteil. Auf diese "nur wir"-Argumentation, wie sie hukami in seinem Brief vom 24.11. schildert, sollte wirklich verzichtet werden. Eine Mitarbeit in der ACK übrigens könnte diesen Prozess eher beschleunigen.

Wir können nur hoffen, dass sich auf allen Seiten die Einsicht Geltung verschafft: Nur gemeinsam können wir als Christen "überleben".

Christliche Grüße

(Name und Ort der Red. bekannt), 26-11-2009:
Lieber Michael Koch!

Unter "Wurzeln" verstehe ich die die Anfänge der Apostolischen Bewegung neuer Zeit, sprich die KAG. Aus dieser ist die NAK letztlich hervorgegangen. Das Bestreben der KAG-Apostel war die Oekumene. Mit der Abspaltung der NAG, später NAK, begann der Trend in Richtung "weg von der Oekumene" hin zur exklusiven Gemeinschaft, in der immer mehr Sonderlehren eingeführt wurden, wie das Stammapostelamt mit Abschaffung des Prophetenamtes, der heutigen Entschlafenenlehre u.a.m. Bemerkenswert scheint mir schon, dass die KAG-Apostel sich nicht als ein exklusive Endzeitkirche verstanden, sondern als Botschafter, im Sinne der Oekumene die Belebung in dem Heiligen Geist Raum zu geben und andere Christen einzuladen, das auch in ihrer Gemeinschaft zu leben. Und das sehe ich einen grundlegenden Unterschied zur NAK.

Liebe Grüsse in Christus

(Name und Ort der Red. bekannt), 25-11-2009:
Ich stimme “gomifi“ in allem zu. Es wäre doch wirklich ein Armutszeugnis für unsere Kirche, wenn unsere Identität sich nur dadurch bewahren ließe, dass wir mit unseren Lehraussagen alle anderen Christen abwerten!

(Name und Ort der Red. bekannt), 25-11-2009:
Lieber Bruder Koch,

danke für Ihre Antwort. Ihre jetzige Aussage interpretiere ich dahingehend, daß - egal, ob dadurch eine gewisse Identität verlorengeht - kritikwürdige und verbesserungswürdige Lehraussagen eben geändert werden müssen. Alles andere wäre auch ein äußerst bedenklicher Vorgang. Im übrigen meine ich, daß bei Bereinigung nicht haltbarer Lehraussagen immer noch genügend NAK-Identität übrig bleibt. Man muß nur die Schwerpunkte richtig setzen.

(Name und Ort der Red. bekannt), 25-11-2009:
Lieber Michael Koch,

für mich war und ist glaubenskultur ein wichtiges Korrektiv für Gläubige zunächst einmal innerhalb der NAK, die sich um mehr Offenheit, Ökumene, Mitbestimmung in den Gemeinden etc. bemühen. Die kritische, hinschauende und brisante Dinge aufgreifende Berichterstattung zeigte für mich die Zielsetzung (Trend) hin zur modernen, offenen Kirche auf. Wenn Sie nun mit dem Hinweis auf die Herkunft (Wurzeln) von glaubenskulktur - so kam das bei mir an - im Zweifelsfall eine neuapostolische Sicht der Dinge einnehmen, wäre dies für alle engagierten Veränderer sehr traurig und für mich auch ein Trendwende. Zwischenzeitlich haben Sie dazu ja einiges in Ihren Reaktionen auf andere Beiträge zurecht gerückt. Ihre persönliche Meinung und deren Veöffentlichung ist wichtig, sollte jedoch nicht den Charakter des Magazins dahin gehend verändern, dass bei (teilweise auch unberechtigten) Angriffen mit dem Argument "so schlimm ist es gar nicht" nicht mehr differenziert und eindeutig argumentiert wird. Bitte berücksichtigen Sie darüber hinaus, dass es in der Tat, extreme Unterschiede wischen den den Apostelbezirken (und nicht nur dort) gibt So stellt glaubenskultur für so Manchen die Insel der freien Meinung dar.

Grüße

(Name und Ort der Red. bekannt), 24-11-2009:
Hier im Südwesten, in einem angrenzenden Apostelbereich zu Volker Kühnles Wirkungsstätte, ist von Ökumene nichts, aber auch gar nichts zu spüren. Dieses Thema wird tabuisiert. Es wird großflächig gepredigt, wie vor 30, 40 Jahren auch. Es mag sein, daß Lehränderungen hie und da unter das Amtsträgervolk gestreut werden. In die Gemeinden gelangen sie indes nicht. Das ist die Schuld des zuständigen Apostels. Die (niederrangigen) Amtsträger geben doch nur weiter, was sie wieder vom "Apostel-altar" gehört haben. Und das ist eben das, was man schon immer hörte. Solange es solche extremen Gegensätze von Apostelbezirk zu Apostelbezirk gibt, kann man m.E. den Ausführungen des Pfarrer Gandows nicht wirklich überzeugend entgegentreten. Aus meinen Erfahrungen heraus kann ich nur sagen : Pfarrer Gandow hat recht !

Michael Koch aus Wuppertal, 24-11-2009:
Nach meiner Auffassung: Nein. Lehrpositionen einer Kirche gehören immer wieder hinterfragt und gegebenenfalls verbessert; denn sie sind immer auch ein Spiegelbild der Gläubigen und der Zeit in der sie entstanden.

(Name und Ort der Red. bekannt), 24-11-2009:
Lieber Bruder Koch,

Sie schrieben: "... Sicherlich sind einige neuapostolische Lehrpositionen im Detail kritikwürdig und zu verbessern, aber sie gehören einfach zu unserer "glaubenskultur", unserer Identität ..."

Ich habe eine Verständnisfrage:
Bedeutet diese Aussage, dass gewisse Lehrpositionen der NAK auch in Zukunft einfach so hingenommen werden müssen (obwohl sie kritikwürdig sind und verbessert werden müßten), damit die Identität gewahrt bleibt?

Haben Sie das so gemeint? Vielen Dank für Ihre Antwort.

Michael Koch aus Wuppertal, 24-11-2009:
Wenn ich zurück zum Thema führen darf: Ich habe in dem Artikel und auch in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass man einiges an der NAK-Lehre kritisieren kann und muss. Die exkuslive Gotteskindschaft ist sicherlich einer der zentralen Punkte. Ich widerspreche Herrn Gandow aber in seiner Haltung, es habe sich nichts geändert und die NAK sei nicht ökumenefähig. Er lässt dabei einiges außer Acht oder bezieht es bewusst verzerrend nicht mit in seine Betrachtungen ein.

(Name und Ort der Red. bekannt), 24-11-2009:
Lieber Michael Koch,
die ökumenischen Treffen gehören zweifellos zu den von mir durchaus anerkannten und begrüßenswerten bisherigen Fortschritten und haben mit Sicherheit zu einem besseren Ansehen unserer Kirche in der Öffentlichkeit geführt. Das positive Bild wird aber schlagartig verdunkelt, wenn wir – und natürlich auch eventuelle Gäste - in jedem Gottesdienst weiterhin die alten Sprüche zu hören bekommen:

(nur) WIR sind die Gotteskinder, (nur) WIR sind das Werk des Herrn, (nur) WIR sind die Braut Christi, nur UNSERE APOSTEL können den Heiligen Geist spenden (oder vermitteln), nur IN IHREM AUFTRAG können die Sünden vergeben werden, nur WIR sind eine richtige Kirche, nur UNSERE APOSTEL können die Heilige Schrift auslegen, und so weiter und so fort …

Im Umkehrschluss heißt das doch ziemlich eindeutig: Ihr da draußen seid keine Gotteskinder, seid nicht am Werk des Herrn, könnt nicht zur Braut Christi zählen, habt nicht den Heiligen Geist (zumindest nicht den kompletten), habt keine Sündenvergebung, seid in keiner richtigen Kirche, und eure Geistlichen sind nicht in der Lage, die Heilige Schrift auszulegen. Kann auf dieser Basis ein gutes Verhältnis zu anderen Christen bzw. anderen Kirchen aufgebaut werden?

Für mich sind solche Aussagen recht klare Indizien für den immer noch ungebrochenen Hochmut. Das sind auch keinesfalls nur örtliche Ausrutscher, sondern ist immer noch die offizielle Linie, wie Sie beim Lesen der UF leicht feststellen können. Und solange das nicht abgestellt wird, kann ich nicht an einen echten Gesinnungswandel auf höherer Ebene glauben.

Michael Koch aus Wuppertal, 24-11-2009:
Was verstehen Sie unter den Wurzeln? Und wohin sollte der Trend zuvor gegangen sein?

(Name und Ort der Red. bekannt), 24-11-2009:
Sorry, in die Runde. Doch was soll dieser Diskurs?
Der Pfarrer hat seine Meinung kund getan und der stimme ich im Kern zu, wenngleich auch Punkte differenziert betrachtet gehören.

Nur, der STAP Niehaus setzte seinerzeit Apostel in der Ewigkeit ein, andere Christen zu versiegeln. De facto wurde das nie offizell korrigiert, meines Wissens wenigstens, und da verstehe ich die Skepsis von Aussenstehenden, ob das die NAK weiterhin (verdeckt) so sieht.

Das Taufverständnis besagt, dass die Taufe anderer anerkannt wird, in dem Sinn, wie es die NAK versteht. Es gäbe auch die Möglichkeit zu sagen, Ihr feiert die Taufe und glaubt, dass der Heilige Geist in der Taufe übermittelt wird, wir feiern die Versiegelung als Vertiefung der Taufe und sehen darin die übermittlung Heiligen Geistes. Oder wie es die Katholisch Apostolische Gemeinde sah, war die Versiegelung eine Vertiefungshandlung in Ergänzung zu der aus ihrer Sicht vollwertigen Taufe (Wasser und Geist). Die NAK-Wurzeln liegen eindeutig dort. Warum hat die NAK das geändert?

Die "Mutterkirche" der NAK lebte zutiefst oekumenisches Gedankengut, wovon sich die NAK durch das Schisma Schritt für Schritt abgewendet hat. Noch vor wenigen Jahren hiess es aus der Stammapostelzentrale, wie halten uns von der Oekumene fern. Und heute möchte die NAK gerne einen Beobachterstatus, in dem sie sich als einzige Kirche im Vollsinn versteht. Jemand beobachtet die anderen, die er als minderwertig betrachtet. Wiso sollen sich die anderen Gemeinschaften da nicht herabgesetzt fühlen dürfen?

Die Osnabrückpredigt hat mir nebst dem Usterabend und dem Informationsabend 2007 den "Gong" gegeben. Auch wenn Leber seine Aussage auf Druck von aussen hin revidiert hat, ist er für mich darin nicht glaubwürdig. Zu oft, lässt er Ambivalenz erkennen und bezieht nur eindeutige Position für die Exklusivität, gibt jedoch schwammige Statements ab, wenn es um Inklusivität geht. Er zeigt am EJT Offenheit für die homosexuellen Geschwister und weiss genau, dass es eine Verlautbarung gibt, die dem was er sagt entgegen steht. Andererseits verlangte er am Usterabend 2006 von den Amtsträgern, dass sie die Lehrmeinung und den Lehrauftrag (also auch die Verlautbarungen) mittragen. Hallo! Wenn die unteren Chargen das nicht mittragen sind sie nicht mehr tragbar, und der, der Leber, kann sich immer wieder zum Fenster rauslehnen und bleibt fest im Sattel. Wenn solches ein Aussenstehnder betrachtet, muss er den Eindruck erhalten, dass hier ein gewisses Mass an Willkür vorliegt. Eine Machtfülle, wo sich einer (fast) alles erlauben darf und die anderen (fast) nichts. Wenn die NAK mit dem Vorwurf aufräumen will, ein autoritär geführtes System zu sein, dann muss das an der Spitze beginnen. Der Fisch stinkt bekanntlich am Kopf zuerst. Genauso wie mit dem Oekumene-Willen. Der muss Leber bekunden und offen auf die Kirchen zugehen, es zur Chefsache erklären. Das Ränkelspiel, so schön es auch scheint, an 10 Orten sich oekumenisch zu verhalten, macht noch lange keinen Oekumenewillen der NAK sichtbar.

Es ist sicher problematisch, wenn man der NAK sagt, sie müsse auf die Sonderlehren verzichten, um Oekumenefähigkeit zu erlangen, zumal die Römisch Katholische Kirche genauso Sonderlehren pflegt, die biblisch nicht belegbar sind. Nur darf man nicht vergessen, dass die RKK trotz all der Sonderlehren flächendeckend mit der Evangelischen Seite zusammen arbeitet und auch gemeinsame Gottesdienste möglich sind. Wenn ich die Verhalten der NAK in den letzten Jahren betrachte und die "Hämmer" die auf meinen Kopf niederprasselten, wenn ich ansprach, wir könnten mal vor Ort mit dem evangelischen oder katholischen Geistlichen reden - nur reden!, kann ich den Pfarrer G. sehr gut und Michael Koch schlecht verstehen. Die NAK selbst sagt, sie sähe keine Möglichkeit gemeinsamer Gottesdienste und räumt bei oekumenischen Veranstaltungen dem Gast eine Randposition ein. Es wäre für mich ein Zeichen echter Oekumenefähigkeit, dass gemeinsame Gottesdienste und Abendmahlfeiern nach dem Ritus der Gastkriche gepflegt werden könnten. Doch solches schafft die NAK nicht mal im aposolischen Umfeld. Wie soll das dann mit den anderen christlichen Kirchen gehen.

Ich selber habe in meiner aktiven Zeit als Seelsorger überdurchschnittlich viele Menschen mit psychischen Belastungen in der NAK gesehen. Männer, die unter dem Amtsauftrag und dem Erwartungsdruck sehr geschwächt waren und unter der "Fürsorge" von oben litten. Die Öffentlichkeit hat noch die seinerzeitigen Berichterstattungen in der Presse im Kopf, wo Menschen sich hinstellten und sagten, sie hätten in der NAK psychischen Druck emfpunden. Viele Menschen lud ich seinerzeit in die NAK ein, um einen GD zu besuchen den ich hielt. Die Rückmeldung war stest gleichartig: Es wirkte auf die Menschen irgendwie "steif", verschlossen und befremdend verbissen. Oft habe ich beobachtet, wie neue Menschen distanziert betrachtet wurden, hinter vorgehaltener Hand hergezogen und anderes mehr. Sorry, wäre die NAK die Wohlfühlkirche die sie gerne sein möchte, würden andere Menschen sich offen willkommen fühlen, auch in ihrer Andersartigkeit. Dem ist grossmehrheitlich nicht so. Jefenfalls nicht in dem Umfeld, wo ich mich bewege und bewegt habe.

Klar sind viele Jahre vergangen, seit die NAK Türklinken geputzt und mit Telefonanrufen "neugewinnen" wollte. Doch wenn das nicht mehr im Fokus steht, die Bekehrung anderer Christen, wozu werden dann laufend Missionsabende und Weinbergsbesprechungen veranstaltet und die Gäste separat in der Krichenstatistik aufgeführt? Also in der RKK und Evangelischen Gemeinden ist mir solches nicht in der Form bekannt. Die beschränken sich Menschen anzusprechen, welche keine Beziehung zu Gott/Christus pflegen, nach meinem Kenntnisstand.

Die Liste liesse sich weiter fortsetzten. Hier lasse ich es gut sein.

Mein Fazit: Dieser obige Artikel schiesst weit über das Ziel hinaus. Anstatt Oekumenefähigkeit im Verstehen des Anderen und versuchen mit eigenen Argumenten Brücken zu bauen sich erlebbar zu machen, wird genau das gezeigt, was der Parrer G. anprangert: Abgrenzung. Den Pfarrer G. verstehe ich hingegen nicht abgrenzend, er sagt, was er möchte, wie er es sieht und lässt dabei offen, ob es sich dahin entwickeln kann oder nicht. Anders der Michael Koch. Sie dreschen nach meinem Empfinden einfach auf den Gesprächspartner ein. So auch in der obigen Diskussion, die mich sehr überrascht.

Ist das die NAK-Glaubenskultur? Das macht schon sprachlos. Denn Paulus sagte im Galaterbrief: Sind wir IN Christus, gibt es keine abgrenzenden Unterschiede mehr. IN Christus sind wir alle gleich, auch in den ganz natürlichen Unterschiedlichkeiten, die da sind, weil wir alle einzigartig und wunderbar von Gott gemacht sind. Der Glaube AN Gott/Christus ist der erste Schritt gemäss dem Pauluswort. Das Leben IN Gott/Christus der entscheidende. So verstehe ich die Bibel. Und genau das finde ich in der NAK kaum.

Liebe Grüsse in Christus

(Name und Ort der Red. bekannt), 24-11-2009:
Lieber Michael Koch,

ich schätze als aktiver NAKler Ihr Magazin sehr und viele Beiträge haben mich in meiner, nach Offenheit und Kritikfähigkeit strebenden, Arbeit innerhalb der Kirche bestärkt. Oft konnte ich über Zustände lesen, die ich auch so erlebt habe.
Insbesondere, so meine Annahme bis heute, da auch bei Glaubenskultur (hoffentlich noch) gesehen wird, dass sowohl an der Basis, als auch teilweise in der KL viele Bremser unterwegs sind. Ich höre in den Predigten (auch von höheren Amtsträgern bis hin zum Apostel) immer noch deutliche und mit Nachdruck gepredigte Exklusivität. Dies wird auch dadurch nicht besser (richtiger), dass andere sich auch für Exklusiv halten. Ihre heftige Reaktion zu den Lesebriefen, aber auch Ihr Kommentar hat mich doch sehr überrascht. Ist bei glaubenkultur eine Trendwende zurück zu den Wurzeln geplant? Kann jetzt jede kritikfähige Besonderheit oder Anschauung mit "gehört zu unserer (glaubens)kultur" abgetan werden? Ich hoffe nicht. Für mich ist auch in erster Linie entscheidend: Wie entwickelt sich meine Kirche im großen und ganzen, dann sind die "Pfr. Gandows", die es immer geben wird, ob der Entwicklung und der damit verbundenen sichtbaren Ergebnisse sowieso eine Besseren belehrt.

Liebe Grüße

Michael Koch aus Wuppertal, 24-11-2009:
[zitat]Nach meinem Eindruck hat sich an diesem Hochmut im Grunde nichts geändert, und dieser Hochmut ist das Grundübel unserer Kirche.[/zitat]

Beschreiben Sie mal Ihren Eindruck. Nach meinem Eindruck kommen heute viel häufiger und immer selbstverständlicher ökumenische Begegnungen von neuapostolischen Kirchengemeinden mit anderen christlichen Gemeinden vor Ort zustande. Wir haben uns diese unverkrampfte Haltung als Jugendliche schon Ende der 1980er gewünscht, da gab es dafür überhaupt keine kirchliche Lobby. Das hat sich grundlegend geändert! Als wir hier den ersten ökumenischen Gottesdienst mit NAK-Beteiligung im Jahr 2001 melden konnten, da gab es noch mächtig Tara und ein schwergewichtiger Bezirksapostel im Süden soll gerüchtehalber seinen Amtskollegen im Norden gewaltig zusammengestaucht haben. - Heute ist eine ökumenische Andacht mit NAK-Beteiligung keine große Story mehr sondern passiert wöchentlich.

[zitat]Zugeständnisse an andere Christen werden –wie bei der Taufe - nur unter Druck und quasi zähneknirschend gemacht. Die Erkenntnis, dass es GOTT ist, aus dem alles Heil kommt, und dass dieser allein darüber entscheidet, wie, wann und wem er es zukommen lässt, ist noch keineswegs in den meisten Köpfen angekommen. Unsere Apostel sind trotz des Rückziehers hinsichtlich der Taufe in der Mehrzahl immer noch davon überzeugt, selbst und allein über die Gnadenmittel und über den Heiligen Geist verfügen zu können. Zumindest wollen sie diesen Anspruch nicht aufgeben.[/zitat]

Dazu fehlen mir die Indizien.

Tobias Andrä aus Aue, 24-11-2009:
Lieber/e babagoka,

hinsichtlich Ihres Beitrages verweise ich auf meinen Leserbrief vom heutigen Tag. Außerdem ist mir gänzlich unbekannt, das in der "UF" die Leser so offen, kontrovers und unzensiert debattieren können wie bei gk. Die gk-Redaktion hat zudem Pfarrer Gandow im Rahmen eines Interviews die Möglichkeit gegeben ungefiltert seine Positionen darzulegen. Mehr an Objektivität und Meinungsvielfalt geht wohl kaum.

Weiterhin eine ergiebige und fruchtbare Diskussion

wünscht

Tobias Andrä

(Name und Ort der Red. bekannt), 24-11-2009:
Lieber Michael Koch,

ich würde Apostel Volker Kühnle (den ich ebenfalls sehr schätze) niemals als unglaubwürdig bezeichnen bzw. ihm PR-Tricks unterstellen. In Bezug auf die Anerkennung der Taufe hat er sich große Verdienste erworben, und ich gehe davon aus, dass er ehrlich um die Ökumene bemüht ist. Umso weniger verstehe ich manche seiner Aussagen. Das gilt übrigens auch für unseren Stammapostel.

Natürlich ist es der NAK in ihrem geistlichen Hochmut sehr schwer gefallen, göttliches Wirken auch in anderen Kirchen für möglich zu halten – betrachtet und bezeichnet sie sich doch nach wie vor als (einziges) „Werk Gottes“ und nur ihre Mitglieder als „Gottes Kinder“. Nach meinem Eindruck hat sich an diesem Hochmut im Grunde nichts geändert, und dieser Hochmut ist das Grundübel unserer Kirche.

Zugeständnisse an andere Christen werden –wie bei der Taufe - nur unter Druck und quasi zähneknirschend gemacht. Die Erkenntnis, dass es GOTT ist, aus dem alles Heil kommt, und dass dieser allein darüber entscheidet, wie, wann und wem er es zukommen lässt, ist noch keineswegs in den meisten Köpfen angekommen. Unsere Apostel sind trotz des Rückziehers hinsichtlich der Taufe in der Mehrzahl immer noch davon überzeugt, selbst und allein über die Gnadenmittel und über den Heiligen Geist verfügen zu können. Zumindest wollen sie diesen Anspruch nicht aufgeben.

Beunruhigend sind aus meiner Sicht auch die zunehmenden Vergleiche mit der katholischen Kirche. Entwickeln wir uns möglicherweise in diese Richtung – also rückwärts statt vorwärts?

(Name und Ort der Red. bekannt), 24-11-2009:
So langsam treibt diese Geschichte doch sehr merkwürdige Blüten. So (oder so ähnlich) mag es Anfang des 20. Jh. ausgesehen haben, als Niehaus Polemiken verfasste, um die Pastoren Handtmann und Kretzer "abzuwehren". Hundert Jahre später führt man diese "Diskussion" nun also per Internet, wobei der eine (Pfr. Gandow) sich vornehmlich in einem Kritikerforum äußert, das bisher allenfalls durch seine geschlossen einseitige und feindselige Haltung gegenüber der NAK aufsehen erregte, und der andere (M. Koch) sein Internetmagazin, von dem man bisher noch irgendwie annahm, es stünde für Offenheit, in einer Art und Weise instrumentalisiert, dass die Kirchenzeitschrift "Unsere Familie" dagegen einen Ausbund der Sachlichkeit darstellt. Verrückt! Und dabei geht es - natürlich - um Ökumene... Das verstehe, wer will.

Michael Koch aus Wuppertal, 24-11-2009:
[zitat]Herr Koch, das ist eine leichte Übung: wie auch Sie war ich in Bremen im Rahmen des EKT bei der Podiumsdiskussion zugegen, in der ihr Ökumeneapostel umumwunden einer fragenden Zuhörerin unterbreitete, dass aus seiner Sicht Kirche im Vollsinn nur in der NAK zu haben ist (auch hier ist eine gewisse Nähe zur RKK nicht abzustreiten, dies aber nur am Rande).[/zitat]

Richtig, dieses Kirchenverständnis findet man in Reinkultur in der katholischen Kirche, wie 2007 nocheinmal schmerzlich deutlich wurde als die katholische "Kongregation für die Glaubenslehre" in einem Papier unterstich, dass sie allein Kirche ist. Die Praxis zeigt aber, dass ein solches Glaubensverständnis nicht "Ökumeneunfähigkeit" bedeuten muss, wie es Herr Gandow bezüglich der NAK feststellt.

[zitat]Ich empfinde die von Ihnen zitierten Ökumeneaufrufe aus Zürich als nicht glaubwürdig. Da werden Dinge angeregt, die ohnehin zum 1x1 jedes ernstmeinenden Christen gehören sollten. Ich vermisse aber Taten! Nennen Sie mir doch mal ein Beispiel, wo Chiefapostle Leber mit hochrangigen Geistlichen anderer Konfessionen angeregte Diskussion geführt, gemeinsame Projekte angestossen oder gemeinsam heilige Handlungen vollzogen hat? Ich lass mich gern überzeugen ...[/zitat]

Schauen Sie, da tue ich mich einfach schwer mit dem nachvollziehen; und da fängt für mich die Herumeierei an. Stammapostel Fehr hat eine Projektgruppe Ende der 1990er zu diesem Thema gegründet. Die Projektgruppe ruft die Gemeinden offiziell zu ökumenischem Engagement auf, NAK-Gemeinden beginnen diesem Aufruf zu folgen. Gleichzeitig vollzieht die Kirche eindeutige Lehrmodifikationen, die die ökumenisches Glaubwürdigkeit erhöhen. Und das wischen Sie einfach weg mit dem Satz: "Nicht glaubwürdig." Das kann einen schon frustrieren! Die NAK-Kirchenleitung führt nun im zweiten Jahr Diskussionen mit der Bundes-ACK. Damit die von Ihnen erwähnten "Taten", "angeregte (öffentliche) Diskussionen des Stammapostels mit hochrangigen anderen Geistlichen", "gemeinsame Projekte", überhaupt erst einmal zustande kommen können, müssen doch diese "anderen Geistlichen" ersteinmal die NAK auf Bundes- oder sogar internatonaler Ebene wahrnehmen!

Michael Koch aus Wuppertal, 24-11-2009:
Liebes hukami,
[zitat]Alle bisherigen Fortschritte, so begrüßenswert sie auch sein mögen, dürfen doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich bisher leider nichts Grundlegendes verändert hat.[/zitat]

Komisch. Und warum haben wir dann nicht mehr die Kirche wie 1992? Beispiel Taufverständnis. Sie kennen die unsägliche Formulierung aus FuA92. In den Jahren 2001 und 2002 hatte die NAK Süddeutschland Gespräche mit dem ACK BW geführt. Beide Parteien gaben anschließend ein gemeinsames Kommunique heraus. Darin wurde festgestellt: „Die in einer anderen Kirche im Namen des dreieinigen Gottes empfangene Taufe erkennt die Neuapostolische Kirche als gültiges Sakrament an, die in einer speziellen ’Aufnahme-Handlung’ vor der Gemeinde ausdrücklich bestätigt wird.“ Interen fehlte allerdings eine entsprechende theologische Anpassung. Auf diesen Widerspruch angesprochen sagte der Vorsitzende der PG Ökumene, Apostel Volker Kühnle damals im gk-Interview: „Es erscheint schlichtweg nicht nachvollziehbar, einerseits von anderen als christlichen Kirchen und Gemeinschaften zu sprechen, andererseits deren Mitgliedern das Christsein aber dadurch abzuerkennen, dass deren Wassertaufe nicht anerkannt wird.“ Hier bestünde Klärungsbedarf, auf den man in den ACK-Gesprächen hingewiesen habe. Dr. Hansjörg Hemminger als einer der Gesprächsteilnehmer attestierte Kühnle ebenfalls im gk-Interview Glaubhaftigkeit, er habe „den Eindruck, dass das kein PR-Trick ist“, sagte er 2002. Das ist die Vorgeschichte zur Änderung des Taufverständnisses. -- Wichtigster Knackpunkt: Die Erkenntnis, dass es allein Gott ist, der bei dem sakramentalen Akt wirkt. "Gott selbst gibt der (Tauf-)Handlung Gültigkeit", sie erfolge "unabhängig von der handelnden Person" heiss es im Rahmen des Uster-Abends 2006. Ein Novum für die NAK. Die NAK hat dazu geschrieben: "Dies ist eine wesentliche Abweichung vom bisherigen Taufverständnis der Neuapostolischen Kirche, nach dem die Taufe mit Wasser nur durch von Aposteln Beauftragte gespendet werden kann. Bei der Anerkennung gehen wir davon aus, dass bei der Taufe – da sie die erste Gnadenmitteilung an einen Menschen ist – Gott selbst der Handlung Gültigkeit und Wirkung verleiht. Ferner gehen wir davon aus, dass der Täufling seinen Glauben an Christus bekannt hat. Auf dieser Grundlage besteht keine Notwendigkeit mehr, Taufen in anderen christlichen Gemeinschaften bei der Aufnahme zu bestätigen." Es wird erstmal anerkannt, dass ein Sakrament gültig außerhalb der NAK gespendet werden kann.

Leicht war das nicht für die NAK. Stammapostel Leber beschrieb den Diskussionsprozess unter den Bezirksapostel so: "Da gab es am Anfang schon unterschiedliche Ansichten. Manche haben auch befürchtet, dass das ein Aufweichen unserer gesamten Glaubenslehre bedeuten könnte, dass man damit die Türe öffnet für eine weitergehende Liberalisierung, und haben sich auch erstmal schwer getan mit der Zustimmung. Aber nachher, beim weiteren Durchdenken sind wir zu der Haltung gekommen, dass wir die Bestätigungspraxis nicht aufrechterhalten können. Es gab eigentlich nur zwei Möglichkeiten, wenn man das sauber machen will: entweder man muss alle neu taufen oder man muss wirklich die Taufe anderer anerkennen. Und da ist klar geworden, wir können uns nicht außerhalb des christlichen Rahmens stellen" Zudem hat 2006der als konservativ geltende Bezirksapostel Klaus Saur (i.R.) via UF öffentlich zugegeben, dass ihm dies zu akzeptieren am meisten Probleme gemacht hat und Überwindung kostete.

Diesen riesen Schritt hat Gandow schlicht nicht verstanden.

Ralf Gottschalk aus Bremen, 24-11-2009:
Herr Koch, das ist eine leichte Übung: wie auch Sie war ich in Bremen im Rahmen des EKT bei der Podiumsdiskussion zugegen, in der ihr Ökumeneapostel umumwunden einer fragenden Zuhörerin unterbreitete, dass aus seiner Sicht Kirche im Vollsinn nur in der NAK zu haben ist (auch hier ist eine gewisse Nähe zur RKK nicht abzustreiten, dies aber nur am Rande).

Ich empfinde die von Ihnen zitierten Ökumeneaufrufe aus Zürich als nicht glaubwürdig. Da werden Dinge angeregt, die ohnehin zum 1x1 jedes ernstmeinenden Christen gehören sollten. Ich vermisse aber Taten! Nennen Sie mir doch mal ein Beispiel, wo Chiefapostle Leber mit hochrangigen Geistlichen anderer Konfessionen angeregte Diskussion geführt, gemeinsame Projekte angestossen oder gemeinsam heilige Handlungen vollzogen hat? Ich lass mich gern überzeugen ...

Michael Koch aus Wuppertal, 24-11-2009:
Schauen Sie, Herr Gottschalk, ich mache seit Jahren die Erfahrungen, dass "einfache Kritiker" der NAK entweder der Kirche vorwerfen, dieses oder jenes wolle ja "nur die Kirchenleitung" aber die Basis nicht; oder genau das Gegenteil: dieses oder jenes wolle man ja "nur an der Basis" aber sei von Zürich nicht erwünscht.
Ich verstehe Ihre Zweifel nicht, dass das "von Zürich" ausgeht. Ich verweise z.B. auf einen Aufruf von 2005
http://www.nak.org/nc/de/news/news-display/browse/40/article/12694/ "aufeinander zugehen". Aber nicht nur der Vorsitzender der PG Ökumene äußerte sich so, auch Stammapostel Leber 2005 in Castrop-Rauxel: "Ökumene heißt aufeinander zugehen und miteinander reden!"
http://www.nak.org/nc/de/news/nak-international/article/12745/
Seither tourt Apostel Kühnle hier durch die Lande und betont bei jeder Gelegenheit, wie wichtig es ist, sich ökumenisch einzubringen. So z.B. im Dezember 2007 bei einem Vortrag, nachdem er vorgestellt hatte, was bis dato schon alles geschehen ist: "Im Sinne des geistlichen Ökumenismus sind solche und ähnliche Aktionen auch in Zukunft nützlich und hilfreich und verdienen verstärkte Unterstützung und weitere Förderung." http://www.nak.org/nc/de/news/publikationen/article/15411/
Ich habe hier nur mal einige hochoffizielle Links zusammengesucht. Warum zweifeln Sie dennoch, dass das "von Zürich" kommt?

(Name und Ort der Red. bekannt), 24-11-2009:
Lieber Michael Koch,

auch wenn Pfarrer Gandow Sie offenbar sehr verärgert hat, auch wenn dieser wohl nicht besonders angenehm im Umgang und vielleicht auch etwas sonderbar ist, auch wenn er mit Sicherheit selbst nicht im Besitz der absoluten Wahrheit ist: Er hat trotzdem in manchen Dingen recht!

Alle bisherigen Fortschritte, so begrüßenswert sie auch sein mögen, dürfen doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich bisher leider nichts Grundlegendes verändert hat. Dafür gibt es viele „unschöne Hinweise“, allen voran die Aussage des Stammapostels in der UF, nur die Apostel seien dazu in der Lage, die Bibel richtig auszulegen. Und dann die Aussage unseres Ökumene-Apostels Volker Kühnle, Kirche im Vollsinn sei nur da, wo Apostel sind. Beides wurde nie zurückgenommen.

Herr Utsch hat zwar eine deutlich positivere Einstellung zur NAK, aber auch er bemängelt nach wie vor das Grundübel, nämlich das exklusive Amtsverständnis. Die von ihm festgestellten positiven Aspekte wie die Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare und die Einstellung zur Psychotherapie betreffen dagegen eher Randgebiete. Unserer Kirche ist nicht damit gedient, wenn wir uns mit solchen „Verschönerungsarbeiten“ zufriedengeben und dabei die Mängel am Fundament großzügig übersehen.

Bezüglich des Taufverständnisses möchte ich Sie auf folgende Bibelstelle hinweisen:
"Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes. Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.“ (Apostelgeschichte 2, Vers 38-39).

Es ist daher wohl kaum angebracht, die Auffassung der evangelischen Kirche vom Empfang des Heiligen Geistes durch die Taufe als „Sonderlehre“ bezeichnen.

Lieber Michael Koch, ich schätze Sie und Ihre Arbeit zum Wohle unserer Kirche sehr und bin deshalb schon etwas enttäuscht über Ihre Aussage, die zugegebenermaßen kritikwürdigen Lehrpositionen unserer Kirche gehörten eben zu unserer Glaubenskultur. Höre ich da nach so vielen Jahren engagierten Einsatzes vielleicht ein wenig Resignation heraus?

Tobias Andrä aus Aue, 24-11-2009:
Liebe Leser,

als gk-Redakteur und Kollege von Michael erlaube ich mir in die Diskussion einzugreifen. Es gehört zum Wesen eines jeden Mediums egal ob Print, Online, TV, oder Radio, dass verschiedene Ereignisse und Entwicklungen durch einen Redakteur kommentiert werden. Gewissermaßen ist dies dann, so empfinde ich es das "Salz in der Suppe" und gibt einer Diskussion neue Nahrung und eine zusätzliche Dimension. Bezüglich dem Hinweis von Herrn Gottschalk "absolute Objektivität" verweise ich auf das von mir durchgeführte Interview mit Pfarrer Gandow (Drei Fragen an:) in dem er ungekürzt und unkommentiert seine inhaltliche Positionen darlegen kann.

Man kann also nur zu einem Schluss gelangen: Wer sich das ganze Bild machen will in Sachen NAK ist bei gk sicherlich gut aufgehoben. Denn wir als gk-Redaktion sind weder "publizistische Jubelperser" der NAK noch Scheuklappen tragende eindimensionale Kritiker.

In diesem Sinne weiterhin eine inhaltsreiche und ruhig auch kontroverse Diskussion.

Herzliche Grüsse

Tobias Andrä

Ralf Gottschalk aus Bremen, 24-11-2009:
Schön, dass Sie meinen Literaturtipp gleich für Ihre Zwecke umdeuten. Damit liefern Sie den eindrucksvollen Nachweis, wie man in der NAK Dinge für seine Zwecke hinzubiegen pflegt. Deshalb korrigier ich mich: SIE brauchen das Buch tatsächlich nicht zu lesen, Sie kenne die Tricks selber besser ...

Um aber auch noch einmal auf die sachliche Ebene und ihre Argumente einzugehen: WENN die ökumenischen Bemühungen tatsächlich aus Zürich angestossen oder auch nur unterstützt werden würden ... jaaa, dann könnte man das Ganze auch Ernst nehmen. So aber kann man lediglich vereinzelte regionale - und auch wirklich beachtenswerte - Initiativen beobachten. Die aber überhaupt nicht die eigentliche Linie dieser Kirche reflektieren. Zu Ende gedacht steht damit ein weiteres Schisma ins Haus. Aber das wird die Zentrale zu verhindern wissen. Spannend, spannend (vor allem für solche mit Beobachterstatus, die selber nicht mehr unter solchem rumgeeiere leiden müssen ...)

Michael Koch aus Wuppertal, 24-11-2009:
Und Sie meinen, wenn ich das Buch lese, könnte ich mich mit Herrn Gandow besser unterhalten?

Herr Gandow ignoriert in seinem Arbeitspapier z.B. völlig die Gespräche der NAK mit dem ACK Baden-Württemberg seit 2002. Er ignoriert auch auch aktuelle Veranstaltungen wie z.B. die Studientagung in Frankfurt "Raus aus der ‚Sektenecke‘ - rein in die Ökumene?". Auf Nachfrage, was damit sei, stellt er zunächst fest, dies habe z.B. eben "die NAK Süd" und "der ACK BW" festgestellt. Frage ich nach, ob das bedeute, dass er das nicht ernst nehme, bekomme ich keine Antwort. - Ich kann kein zeitgemäßes Arbeitspapier zur NAK und Ökumene machen und dabei ganz wichtige Veranstaltungen unerwähnt lassen. Man kann auch nicht außer Acht lassen, dass die Anzahl ökumenischen Engagements von NAK-Gemeinden in den letzten fünf Jahren sprunghaft angestiegen ist; dies ist ihm aber auch keine Reflektion wert.

Aber Sie halten das für seriös?

Ralf Gottschalk aus Bremen, 24-11-2009:
Dann hoffe ich in dem Fall mal, Herr Koch, das Ihnen ihr Glaube helfen wird. Wobei dies wohl nicht zu überprüfen sein wird, da ich mich eigentlich seit geraumer Zeit aus derartigen "Diskussionen" heraushalte. In dem Zusammenhang ist folgendes Buch zu empfehlen: "Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren. Anleitung zum subversiven Denken".

Schönen Tag noch

Michael Koch aus Wuppertal, 24-11-2009:
Guten Tag Herr Gottschalk, wie in allen Zeitungen, im Radio und im Fernsehen üblich, erlaube ich mir als Chefredakteur in bestimmten Fällen einen Kommentar. In diesem Fall glaube ich, dass es Ihnen schwerfallen wird, in einer Diskussion Ihre Zustimmung zu "allen einzelnen Punkten" Gandows lange aufrechtzuerhalten.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Koch

Ralf Gottschalk aus Bremen, 24-11-2009:
Herr Koch, so nicht!

Sie sind als Betreiber dieser Seite zur absoluten Objektivität verpflichtet. Zumindest seh ich das so.

Ihr Kommentar klingt aber nicht nur beleidigt, er ist auch beleidigend. Wenn Sie die Wahrheit (oder zumindest andere Meinungen) nicht abkönnen, veröffentlichen Sie doch bitte solche gar nicht erst.

Und wenn Sie Ihre persönliche Meinung unbedingt veröffentlichen müssen, so tun Sie das doch bitte (wie Sie das früher ja auch getan haben) als ganz normaler Foren-User auf den entsprechenden Plattformen.

Abschließend: ich für meinen Teil kann und muss dem Herrn Pfarrer in allen einzelnen Punkten zustimmen.

Sebastian Müller aus Großkugel, 24-11-2009:
Och, Michael! Nicht so aufbrausend. Ich habe mich bezüglich des Herrn Gandow schon wieder beruhigt. In wenigen Monaten wird Pfr. Gandow aus Altersgründen seinen Posten aufgeben dürfen. Ich bezweifle zwar, dass es dann aus seiner Ecke ruhiger wird aber dann zumindest nicht mehr im Amt und Auftrag eines Weltanschauungsbeauftragten. Und ganz nebenbei: Sonderliche Personen gibt es in jeder Kirche...