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Unverständlicher Neologismus
 
Zum expressionistischen Hintergrund des Begriffs „Textwort“
 
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel
 
(Name und Ort der Red. bekannt), 16-11-2009:
"Es ist noch ein Heimgang bekanntzugeben..."
5 min. vor dem Beginn des Erntedank-(Gäste-)GD

auch schön:
"Der Schreiber des Brotbriefes hat..."
gestern noch

(Name und Ort der Red. bekannt), 16-11-2009:
Die Frage ist eine grundsätzliche: Wollen wir uns auch weiterhin und auf Dauer von allen anderen Christen abgrenzen oder wollen wir künftig auch als Mitglieder der Neuapostolischen Kirche „ganz normale Christen“ sein?

Wenn wir Letzteres wollen, sollten wir die speziellen NAK-Wörter (alle, die nicht bzw. nicht mit dieser Bedeutung im Duden stehen) allmählich durch allgemein verständliche und auch allgemein gebräuchliche Begriffe ersetzen.

Ich verstehe wirklich nicht, warum das nicht möglich sein sollte bzw. was daran so schlimm sein könnte. Jesus hat mit den Menschen oder mit seinen Jüngern doch auch nicht in einer „Geheimsprache“ verkehrt. Er wollte möglichst von allen verstanden werden – wollen wir das denn nicht?

Einige besonders schlimme Ausdrücke hört man ja Gott sei Dank inzwischen kaum mehr, z. B. „Vorhang des Fleisches“ oder „Schale des Wortes“. Offenbar nicht auszurotten sind dagegen die von unseren Gästen oft belächelten „Vorangänger“ und „Segensträger“ sowie das „Dienen“ und „Mitdienen“.

Irritierend wirkt auf die Besucher auch die Angewohnheit, dem lieben Gott im Gebet ausführlich zu erzählen, wo sich die einzelnen Segensträger gerade aufhalten (als ob er das nicht wüsste!) und ihn darum zu bitten, deren Gebete „anzurechnen“.

Ich denke doch nicht, dass derartige Spezialitäten zu den „Eckwerten des Evangeliums“ gehören, die nach Aussage unseres Stammapostels nicht angetastet werden dürfen. Warum werden sie dann so fanatisch verteidigt?

(Name und Ort der Red. bekannt), 15-11-2009:
Und?
Es gibt in jeder "Gruppe" Begriffe, die außerhalb nicht verstanden werden. Ob sie nun - wie vielleicht bei der Jugendsprache (?) - geschaffen werden, um sich bewusst abzugrenzen, oder einfach entstehen.

Ich bin zwar auch dafür, dass sich die NAK öffnet, aber ich denke der Begriff "Textwort" dürfte in einer Liste mit Änderungen wohl ganz hinten stehen.
Zumal man so einen Begriff auch nicht so leicht wegbekommt. Man müsste ihn ähnlich langsam "ausführen", wie er (bewusst?) eingeführt wurde. Insoweit wäre die eigentlich interessante Frage, was bewog dazu, den Begriff so systematisch-unfauffällig einzuführen? Wer steht dahinter?

Interessant ist dies allemal.

Mal ehrlich - welche "Begriffe" sind wirklich schön?
Was ist mir lieber, ein gehaltvoller Gottesdienst der anregend wirkt nach einem Textwort - oder eine langweilige Predigt nach einem Bibelvers - wie ich das Ding nun nenne, es ändert doch nix an dem, was der Priester dann daraus macht.

(Name und Ort der Red. bekannt), 15-11-2009:
Noch ein Vorschlag: Wie wäre es mit "Wortschale"?
Ach nein, lassen wir das lieber. Es wird sonst noch die Assoziation mit "schale Worte" geweckt. Bleiben wir also doch beim wortmächtigen "Textwort".

(Nicht ganz ernst gemeinter Beitrag. Dennoch finde ich den Grundgedanken richtig, daß wir einmal unsere Worthülsen durchforsten und etliches entrümpeln sollten).

Michael Koch aus Wuppertal, 15-11-2009:
Nein, dazu reicht ein Satz: "Bibelwort" verstehen auch nicht-neuapostolische Leute. Mir persönlich wäre aber auch das noch zu antiquarisch, "Vers" wäre wohl das beste. "Zitat" vielleicht manchem zu nüchtern.

Freundliche Grüße
Michael Koch

(Name und Ort der Red. bekannt), 14-11-2009:
Mit Freude habe ich diesen Artikel gelesen, denn wenn die Redaktion die Muße hat, umfangreiche Archivrecherchen und über 6.500 Zeichen in dieses Thema zu investieren, sind ja offenbar alle wichtigen Probleme der NAK bereits gelöst.

Trotzdem habe ich zwar noch nicht verstanden, was an dem Begriff "Bibelwort" jetzt korrekter sein sollte als am Begriff "Textwort" - aber vielleicht kann diese Frage noch in einem Folgeartikel eingehender behandelt werden?

(Name und Ort der Red. bekannt), 14-11-2009:
Dem Verfasser des Artikels gebührt Dank für seine Recherche zur Entstehung des Begriffes „Textwort“. Im neuapostolischen Leben bedarf es eines solchen Vorgehens nicht. Es reicht für das Weiterleben solcher Begriffs-Untoten, dass es sie gibt. Allein diese Tatsache rechtfertigt ihre Verwendung, denn wer weiß, ob es nicht ein „Segensträger“ und „Vorangänger“ war, der das Wort in die neuapostolische Welt setzte und es damit sakrosankt werden ließ. Im Zweifel kann man es immer noch dem „alten Gottesmann“ oder dem „Liederdichter“ zuschreiben – und wer wollte denen schon widersprechen?

Ich erinnere mich an eine in NRW herausgegebene Jugendzeitschrift der NAK, einen Vorläufer von „Spirit“, in der Jugendliche an den damaligen Öffentlichkeitsbeauftragten des Bezirkes und heutigen Medienbeauftragten der NAKI, Johanning, die Frage richteten, ob es nicht falsch sei, durch Neuapostolizismen NAK-Predigten und NAK-Veröffentlichungen für Nicht-Neuapostolische unverständlich zu machen. Johanning meinte dazu, dass sich in vielen Familien Wortschöpfungen entwickelten, die anderen Menschen nicht bekannt seien und das ein Element des Familiengefühls und Zusammenhaltes sei. Die NAK will also nicht verstanden werden!?

Viele dieser Neuapostolizismen sind allerdings nicht sinnfrei, sondern transportieren neuapostolische Lehre, ohne dass ihre Bedeutung bewusst zur Kenntnis genommen wird. Ein „Segensträger“, der an den „Segenskanal“ angeschlossen ist, zeigt das NAK-Verständnis göttlichen Segens. Er wird kanalisiert und von „Segensträger“ zu „Segensträger“ weitergegeben, um dann an die Gläubigen – und nur an sie – weitergeleitet zu werden, die sich an diese lange Leitung anschließen. Nur auf diesem „Weg der Ordnung“ gibt es Segen. Wer sich da ausklinkt, geht des Segens verlustig. Von gleicher Qualität ist der „Gnaden- und Apostelaltar“, beim „Entschlafenen-Gottesdienst“ besonders strapaziert. Dieser Begriff macht wie kaum ein anderer neuapostolisches Selbstverständnis erkennbar. Der Altar, Zentrum des Kirchengebäudes und Mittelpunkt der Abendmahls- bzw. Eucharistiefeier, Inbegriff von Opfer und Erlösung in Jesu Christi, wird in der NAK vom „Gnaden- und Apostelamt“ besetzt gehalten. Deshalb ist „das Wort vom Altar“ jeder vernünftigen Überlegung und erst recht jeder Diskussion entzogen. Wenn uns die „Andersgläubigen“ in der „großen Christenheit da draußen“ nicht verstehen – umso besser, vielleicht lassen sie die NAK dann eher in den ACK.

Helmut Liebe aus Lage, 14-11-2009:
Vielen Dank an GK! UF heute bekommen, aber S. 37
nocht nicht erreicht.
Von diesen Worthuelsen gibt es noch viel, viel mehr.
Z.Bsp.: "Wir hoeren ein Wort vom StAp"
Ebenso Formulierungen in der Predigt, die kein Gast
versteht. Na, hauptsache die (noch) Anwesenden sind
zufrieden damit. Diese "Treuen" bringen" ja auch die
Opfer. Also muss die REDAKTION so reagieren.
Nehmt es dieser Manschaft nicht uebel.
Zeitungen werden fuer ihre Leserschaft gemacht!
Das wird auch Johannes Schroeder, HH wissen.

Jedoch Hoffnung keimt auf: Workshop, 27/28.11.09,
in Herne. "KIRCHE IM WANDEL".
Vieleicht haben die "konstruktiv-kritischen" ja Glueck.
Bitte nicht "nur" Kritiker, die sind nicht erwuenscht,
wie wir Sonntag vom BzAp hoeren konnten!

Hoffe fuer die NAK auf gedeihlichen Fortgang. H.L.